Wertpapiere

Viele Menschen wollen ihr Geld gewinnbringend für sich arbeiten lassen, doch ist es manchmal gar nicht einfach, die richtige Geldanlage zu finden. So wird zwar landläufig immer von Wertpapieranlagen gesprochen, doch sind verschiedene Begriffe wie festverzinsliche Wertpapiere, Aktien, Genussscheine oder Anleihen zu hören und wer sich nicht intensiver mit diesem Thema beschäftigt, verliert leicht den Überblick. Um dem Abhilfe zu schaffen, werden hier einige Wertpapiere vorgestellt, doch lohnt sich zunächst ein allgemeiner Blick auf den Begriff Wertpapier.

Was sind Wertpapiere?

Unter einem Wertpapier versteht man eine Urkunde, die bestimmte Rechte an einer Unternehmung verbrieft. Um diese Rechte geltend zu machen, bedarf es des Besitzes eines Wertpapiers. Wertpapiere bestehen normalerweise aus einer Urkunde, einem Bogen, an dem sich mehrere nummerierte Coupons befinden und einem Erneuerungsschein. Mit den Coupons können verbriefte Rechte, wie zum Beispiel die Zahlung von Dividenden, geltend gemacht werden, während der Erneuerungsschein dazu gebraucht wird, um einen neuen Bogen zu erhalten. Dies ist dann der Fall, wenn zum Beispiel die Coupons des alten Bogens verbraucht sind.

Während früher Wertpapiere noch physisch ausgehändigt wurden, werden heutzutage alle Transaktionen über sogenannte Wertpapierdepots abgehandelt. Um die Wertpapiere eindeutig zu identifizieren, ist jedes Wertpapier mit einer ISIN (International Securities Identification) versehen, die aus zwölf Ziffern und/oder Buchstaben besteht.

Festverzinsliche Wertpapiere

Eine große Gruppe der Wertpapiere bilden die sogenannten festverzinslichen Wertpapiere. Hier investiert der Anleger eine bestimmte Summe und erhält über einen vorher genau definierten Zeitraum einen festen Zinssatz. Zu dieser Gruppe der Wertpapiere gehören beispielsweise Anleihen, Pfandbriefe, Genussscheine oder Renten. Die meisten festverzinslichen Wertpapiere können verkauft oder übertragen, abgetreten oder auch verpfändet werden.

Der Anleger geht bei diesen Geldanlagen keinerlei Zinsrisiko ein, da die Zinsen über die Laufzeit garantiert sind. Allerdings ist zu beachten, dass auch bei dieser Form der Anlage das Risiko besteht, dass der Gläubiger den Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. In diesem Fall droht das Risiko des Zahlungsausfalls.

Anleihen

Die Anleihe ist ein klassisches festverzinsliches Wertpapier und gilt als Schuldverschreibung. Diese hat eine klar definierte Laufzeit und die Zinsen sind in den allermeisten Fällen festgeschrieben. Staaten, Institutionen und Unternehmen bedienen sich gern dieser Form, um ihre Vorhaben mit Fremdkapital zu finanzieren. Wer eine Anleihe kauft, erwirbt das Recht, nach dem Ende der Laufzeit sowohl den Nennbetrag als auch die erwirtschafteten Zinsen zu beziehen. Der Anleger investiert sein Kapital meist zwischen 4 und 10 Jahren und es lassen sich Renditen zwischen 6 und 8 Prozent pro Jahr erzielen. Da Anleihen an der Börse gehandelt werden, benötigt der Anleger ein Aktiendepot. Mithilfe dessen tätigt er über seine Bank oder einen Onlinbroker den An- bzw. Verkauf der Wertpapiere.

Obwohl Anleihen als eine eher konservative Geldanlage gelten, bergen auch diese bestimmte Risiken in sich. So besteht auch bei Anleihen das Risiko des Ausfalls, weil der Gläubiger zahlungsunfähig wird. Deshalb muss im Vorfeld einer Investition die Bonität des Schuldners geprüft werden. Sogenannte Ratingagenturen wie Moody´s geben durch ein Bewertungssystem wichtige Entscheidungshilfen.  Ein weiteres Risiko besteht darin, dass bei einem vorzeitigen Verkauf der Anleihen der Wert dieser sinkt und damit Wertverluste in Kauf zu nehmen sind.

Daneben besteht ein Wechselrisiko immer dann, wenn der Anleger in Fremdwährungen investiert hat. Der Wechselkurs zur eigenen Währung kann sich über den längeren Anlagezeitraum erheblich ändern und somit zu verminderten Renditen führen oder sogar zu Teilverlusten des ursprünglich angelegten Betrages. Des Weiteren besteht, wie bei allen anderen Kapitalanlagen auch, das Risiko der Inflation.

Pfandbriefe

Eine der sichersten und konservativsten Anlageformen ist der Pfandbrief. Pfandbriefe werden von Hypothekenbanken, Landesbanken und Kreditinstituten herausgegeben. Ähnlich wie Anleihen haben Pfandbriefe meist eine Laufzeit zwischen 4 und 10 Jahren und sind bei Renditen zwischen 6 und 8 Prozent recht lukrativ.

Pfandbriefe gelten deshalb als sehr sicher, weil diese über das Grundpfandrecht auf Grundstücke oder durch Forderungen gegen die öffentliche Hand abgesichert werden. Sollte die Bank, welche die Pfandbriefe ausgibt, in Insolvenz gehen, kann der Inhaber der Pfandbriefe seine Forderungen direkt gegenüber den Gläubigern geltend machen. Zudem sind Hypothekenbanken laut Gesetz zu risikoarmen Geschäften verpflichtet. Übrigens dürfen auf Immobilien nur bis zu 60 Prozent des Beleihungswertes als Pfandbriefe begeben werden und es muss eine realistische Bewertung der Immobilien zugrunde liegen.

Genussscheine

Der Begriff Genussschein ist gesetzlich nicht definiert und Genussscheine existieren in verschiedenen Formen. Da keine gesetzlichen Vorgaben existieren müssen die Genussrechtsbedingungen genauestens geprüft werden. Ein Genussschein kann einer Aktie aber auch einem festverzinslichen Wertpapier ähneln. Je nach Form sind Genussscheine als hoch spekulativ anzusehen, können aber unter gewissen Umständen auch weniger spekulativ sein, zum Beispiel dann, wenn eine feste Ausschüttung vereinbart ist.

Es werden drei Arten von Genussscheinen unterschieden. So gibt es Genussscheine mit einer festen Ausschüttung, mit einer variablen Ausschüttung und mit einem sogenannten Wandel- oder Optionsrecht. Genussscheine werden meist von Banken und Sparkassen emittiert und nicht selten mit einem festen Zinscoupon auf den Nennwert des Genussscheines prämiert. Der größte Nachteil bei Genussscheinen ist, dass diese im Falle einer Insolvenz meist nachrangig behandelt werden. Das heißt, dass in diesem Fall Genussrechtsinhaber nach allen anderen Gläubern befiedigt werden, was meist einem Totalausfall des investierten Betrages gleichkommt.

Bei Genussscheinen, die von der Höhe der Gewinnentwicklung des Emittenten abhängen, besteht das Risiko, dass keine Ausschüttungen anfallen, sollte das Unternehmen keine Gewinne erwirtschaften. Allerdings bieten sich bei dieser Anlageform durchaus Möglichkeiten, Renditen um die 9 Prozent und mehr zu erzielen. Umso so spekulativer diese sind, umso höher kann die Rendite ausfallen.

Renten

Festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen oder Pfandbriefe werden auch als Renten bezeichnet. Wesentlich ist, dass diese einer festen Verzinsung über den gesamten Zeitraum unterliegen. Das heißt, dass der Anleger entsprechend der vereinbarten Periode seine Rendite gutgeschrieben bekommt. Diese unterliegt allerdings nicht dem Zinseszinseffekt. Durch die gezahlten Zinsen erhöht sich also nicht das eingezahlte Grundkapital, sondern Zinsen werden über den gesamten Zeitraum nur auf dieses fällig.

Rentenpapiere lassen sich im Wesentlichen in drei Gruppen einteilen: kurzfristige Rentenpapiere mit einer Laufzeit von einem bis zu fünf Jahren, mittelfristige Rentenpapiere mit einer Laufzeit von fünf bis zu zehn Jahren und langfristige Wertpapiere mit einer Laufzeit von länger als zehn Jahren. Umso länger der Anleger dabei sein Kapital der Bank zur Verfügung stellt, umso höher fällt normalerweise die Rendite aus. So lassen sich abhängig von Laufzeit und Art des Rentenpapiers bis zu 8 Prozent Rendite erzielen.

Variabel verzinsliche Wertpapiere

Die andere große Gruppe neben den festverzinslichen Wertpapieren sind die variabel verzinslichen Wertpapiere. Diese bieten keine festgeschriebene Verszinsung, sondern erwirtschaften ihre Rendite abhängig vom wirtschaftlichen Umfeld und der Situation des Unternehmens. Aktien und Fonds seien hier beispielhaft als Vertreter der variabel verzinslichen Wertpapiere genannt. Der Anleger profitiert im Wesentlichen von Kurssteigerungen des Wertpapiers, wenn dieses an der Börse gehandelt wird, aber partizipiert auch in Form von Dividenden an den Gewinnen des Unternehmens.

Die Renditen variabel verzinslicher Wertpapiere können vor allem dann sehr attraktiv sein, wenn sich der Anleger an der Börse auskennt und Marktentwicklungen mittel- und langfristig einschätzen kann. Allerdings tragen Anteilseigner eines Unternehmens immer auch unternehmerisches Risiko, welches unter Umständen und bei nicht ausreichender Marktkenntnis sehr hoch sein kann. Kursverluste oder auch die Insolvenz des Unternehmens können erhebliche Einschnitte und Verluste mit sich bringen.

Aktien

Aktien werden auch als Anteilsscheine bezeichnet. Dies kommt daher, dass eine Aktie einen Anteil an einer Kapitalgesellschaft verbrieft. Aktien werden von Unternehmen ausgegeben, um Fremdkapital zu generieren. In Deutschland können Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien Anteile am Grundkapital des Unternehmens herausgeben. Dabei hat jede Aktie einen sogenannten Nennwert und einen Buchwert. Der Nennwert bezeichnet den Anteil am Grundkapital der Gesellschaft, während der Buchwert über das Eigenkapital multipliziert mit dem Nennwert pro Aktie berechnet wird.

Im Wesentlichen werden Vorzugsaktien und Stammaktien unterschieden. Bei Vorzugsaktien verfügt der Anleger über kein Stimmrecht auf den Gesellschafterversammlungen, bekommt dafür aber eine höhere Dividende ausgeschüttet und kann bei Ausfall der Aktie eine Nachzahlung beanspruchen. Die Stammaktie hingegen ist mit einem Stimmrecht bei Gesellschafterversammlungen ausgestattet, bezieht dafür aber niedrigere Dividenden. Wenn eine Aktie herausgegeben wird, spricht man von Emission und das herausgebende Unternehmen wird als Emittent bezeichnet. Meist werden Investmentbanken mit der Emission beauftragt und erhalten dafür eine Vergütung.

Aktien können bei drei Gelegenheiten erworben werden. So können diese bei einer Neugründung einer Aktiengesellschaft, einer Umwandlung einer bestehenden Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft oder bei einer sogenannten Kapitalerhöhung gekauft werden. Bei der Kapitalerhöhung werden zusätzliche Aktien zu den schon am Markt befindlichen Aktien ausgegeben. Der Preis einer Aktie kann durch drei unterschiedliche Verfahren bestimmt werden. So gibt es das Bookbuildingverfahren, bei dem der Emittent eine Preisspanne vorgibt und entsprechend der Angebote der Anleger ein Durchschnittspreis errechnet wird. Daneben kann die Aktie zu einem Festpreis angeboten werden oder der Preis definiert sich über ein Auktionsverfahren.

Anleger, die sich für eine Investition in Aktien entscheiden, gehen im Regelfall ein hohes Risiko ein, denn der Aktienmarkt ist oftmals nicht kalkulierbar. So ist eine besondere Marktkenntnis erforderlich, da sonst der Totalverlust des eingesetzten Kapitals droht. Die erwirtschaftete Rendite kann demnach aber sehr hoch sein, denn auch hier gilt, umso höher das Risiko, umso höher die Renditechancen.

Wertpapierfonds

Wer nicht über die nötigen Marktkenntnisse verfügt, um mit variablen oder festverzinslichen Wertpapieren zu handeln, überlässt dies im Regelfall professionellen Anlegern wie zum Beispiel Wertpapierfonds. Diese Fonds spezialisieren sich entweder auf Aktien, festverzinsliche Wertpapiere oder auch Immobilien. Daneben gibt es sogenannte Mischfonds, die sowohl Aktien als auch festverzinsliche Wertpapiere in ihrem Portfolio führen. Diese investieren je nach Marktlage in Aktien oder Rentenpapiere und streuen somit das Risiko.

Wertpapierfonds bieten sich für all jene an, die in einer Anlegergemeinschaft das Risiko so weit als möglich minimieren wollen. Allerdings schließt die Teilnahme an einem Wertpapierfonds die üblichen Risiken nicht aus. So kann es bei einem Missmanagement eines Wertpapierfonds oder unter schwierigen Marktsituationen auch zum Teil- oder Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Renditen sind je nach Fond als ordentlich zu bezeichnen, jedoch muss der Anleger Abzüge für die Verwaltung des Fonds in Kauf nehmen, was die Rendite schmälert. Dennoch ist ein Wertpapierfond eine sinnvolle Alternative für jene, die eher konservativ mit ihrem Geld arbeiten wollen.

Fazit

Wertpapiere bieten eine gute Möglichkeit, um bei attraktiven Zinsen das Kapital zu mehren. Jeder Anleger sollte jedoch vor seinem Engagement genau prüfen, welcher Anlagetyp er ist. Konservative Anlagen wie Anleihen oder Pfandbriefe stellen mittelfristig eine gute Alternative für konservative Anleger dar, auch wenn dieser bei diesen Wertpapieren meist über einen längeren Zeitraum auf sein Kapital verzichtet.

Generell bleibt festzustellen, dass es die hundertprozentig sichere Geldanlage nicht gibt. So bestehen bei jeder Anlage Risiken wie Inflation oder Totalverlust. Demnach sollte das Angebot vor einem Engagement auf Herz und Nieren geprüft werden, um das Risiko so weit als möglich zu minimieren. Bei Unsicherheiten bieten sich unabhängige Fachleute zur Beratung an, die Entscheidung jedoch muss der Anleger selbst treffen.

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