Auslandsdividende: Geld von der Steuer zurückholen

Sein Geld in Aktien und Wertpapiere zu investieren verspricht eine attraktive Rendite. Achten sollten Anleger allerdings auf die fälligen Steuern. Hierzulande ist für sämtliche Einkünfte aus Zinsen und Dividenden eine Abgeltungssteuer von 25 Prozent (plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) zu zahlen. Unberührt vom Finanzamt bleibt lediglich der Sparerpauschbetrag von 801,00 Euro (Ehepaare: 1.602,00 Euro).

Wenn sich zudem Aktien ausländischer Unternehmen im eigenen Depot befinden fallen weitere Steuern des entsprechenden Landes für Zinsen und Dividenden an – eine pauschale Quellensteuer wird erhoben. Im Ergebnis bedeutet dies praktisch eine Doppelbesteuerung, sofern der Anleger sich nicht um die Verrechnung im Rahmen seiner Einkommenssteuererklärung kümmert. Dort lässt sich die gezahlte ausländische Quellensteuer nämlich ganz oder anteilig anrechnen.

Doppelbesteuerung vermeiden

Bei Dividenden lassen sich bis zu 15% der ausländischen Quellensteuer verrechnen, bei Zinsen in der Regel 10 Prozent. Diese Werte sind in Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) festgelegt, die Deutschland mit rund 80 Staaten geschlossen hat. Doppelbesteuerungsabkommen sollen mehrfache Besteuerung vermeiden. Zur Verrechnung benötigt der Anleger die Bankbescheinigung über die gezahlte Quellensteuer (generell im Original – siehe Urteil des FG Hamburg Az. 3 K 160/11).

Vergleichsweise einfach ist die Anrechnung, wenn die Quellensteuer niedrig ausfällt. Liegt die ausländische Quellensteuer hingegen höher als 15 bzw. 10 Prozent, muss der Anleger die zu viel gezahlten Steuern aus dem entsprechenden Staat zurückholen – z. B. aus Frankreich, Italien, Spanien, der Schweiz oder den USA.

Übersicht über verlangte Quellensteuer auf Dividenden und Zinsen

Staat Dividenden Zinsen
nat. Quellensteuer anrechenbar nat. Quellensteuer anrechenbar
Stand: 12/2013 – Quelle: Bundeszentralamt für Steuern (BZSt)
Belgien 15-25% 15% 0-25% 15%
Dänemark 15-27% 15% 0% 0%
Estland 0% 0% 0% 0%
Finnland 30% 15% 0% 0%
Frankreich 21% 15% 0% 0%
Griechenland 10% 10% 0-20% 10%
Großbritannien 0% 0% 0-20% 0%
Italien 20% 15% 0-20% 10%
Kroatien 0-12% 0% 0-40% 0%
Lettland 10% 10% 0-10% 10%
Litauen 20% 15% 0-15% 10%
Luxemburg 0-15% 15% 0-35% 0%
Niederlande 5% 15% 0-15% 0%
Norwegen 0-25% 0% 0% 0%
Österreich 25% 15% 0-35% 0%
Portugal 0-28% 15% 0-28% 15%
Schweden 30% 15% 0% 0%
Schweiz 35% 15% 0-35% 0%
Spanien 0-21% 0% 0% 0%
USA 30% 15% 0-30% 0%


Beispiele:

Erstattung der Quellensteuer im Ausland

Je nach Staat ist die Erstattung mehr oder weniger mühsam. So behält der Schweizer Fiskus z. B. 35 Prozent einer Dividende als Quellensteuer zurück. Davon lassen sich mit einer Bescheinigung 15 Prozent auf die deutsche Abgeltungssteuer anrechnen. Die übrigen 20 Prozent erhält der Anleger mittels eines Antrags von der Eidgenössischen Steuerverwaltung zurück – unkompliziert und leicht verständlich. Den passenden Antrag gibt es bei der Depotbank oder beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt). Ähnlich einfach funktioniert die Erstattung bspw. in Österreich oder Schweden. In anderen Staaten wie Frankreich oder Spanien muss sich der Anleger dagegen oft auf einige bürokratische Hindernisse einstellen.

Sonderfall USA

Für Aktionäre in den USA gilt: Der Antrag auf Ermäßigung der Quellensteuer (Formular W-8BEN) muss vorab gestellt werden. Ansonsten zieht der US-Fiskus pauschal 30 Prozent der Dividendenzahlung ein. Die Differenz von 15 Prozent zum anrechenbaren Anteil lässt sich nur über eine spezielle Steuererklärung einfordern, was den Aufwand deutlich erhöht.

Formloser Antrag nach Norwegen

In Norwegen sind zwei Varianten möglich: Entweder ein Antrag auf „shielding deduction“, wobei die gesamten 25 Prozent der Quellensteuer erstattet werden, oder das bereits vorgestellte Verfahren auf Basis des Doppelbesteuerungsabkommens. Letzteres bedeutet, der Anleger holt sich 10 Prozent mittels eines formlosen Antrags von der norwegischen Quellensteuer wieder und verrechnet die verbleibenden 15 Prozent mit der deutschen Abgeltungssteuer.

Es geht auch ohne Quellensteuer

Sehr einfach haben es Anleger in Staaten wie Großbritannien, Irland oder Kuwait. Dorf fällt erst gar keine Quellensteuer an.

Die passende aus rund 50 Geldanlagen wählen

Wenn Sie sich bei der Wahl der passenden Geldanlage nicht sicher sind, hilft der nachfolgende Vergleich von rund 50 Angeboten, den wir Ihnen zusammen mit unserem Partner, der Finanzen.de AG, anbieten: