Dubiose Finanzangebote erkennen

Wie erkenne ich dubiose Finanzangebote und Betrüger?

Dubiose Finanzangebote erkennenEs ist allgemeinhin bekannt, dass Anleger genau hinschauen sollten wie und wo, als auch in welcher Anlageform sie ihr Geld investieren, welchen Unternehmen sie damit betrauen, welche Summen sie aufwenden und für welche Laufzeiten sie sich entscheiden. Davor sollte man einige Vorüberlegungen getätigt haben. So kann man die Kette natürlich ins Endlose weiterspinnen aber kurz um … nun zum Wesentlichen… Betrüger, Trickser, falsche Versprechen, dubiose Angebote etc.… es gibt sie wie Sand am Meer. Manche sind dabei mehr auffällig, andere wiederum sind Meister ihres diebischen Handwerks und können selbst den "erfahrenen Investor" täuschen.

Damit Sie wissen, worauf Sie unbedingt achten sollten und welche Warnsignale Hinweise auf Betrüger und deren dubiosen Angebote im Geldanlagegeschäft sind, haben wir für Sie ein paar Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen sollen sich gefahrenloser auf dem Gebiet von Spar- und Geldanlagen zu bewegen.

Betrüger und dubiose Angebote gibt es seit Urzeiten. Umso mehr man jedoch über diese und ihre Vorgehensweisen weiß, desto gefeiter ist man davor, nicht selber in die Falle zu treten und auf ein falsches Angebot hineinzufallen. Gerade in Zeiten historisch niedriger Zinsen, gelingt es Betrügern schneller mit hohen Renditen zu locken. Und leider gibt es immer wieder Anleger, die diese Angebote verlockend finden. Da scheint es ein kleiner Lichtblick, wenn man bedenkt, dass im Jahr 2012 durch die Polizei 96,6 % aller erfassten Anlagebetrugsdelikte aufgeklärt werden konnten. Aber verlassen Sie sich auch ein wenig auf sich selber und verhindern Sie im Voraus einen Betrug mit Ihrem Geld.

Tipp 1 – Achtung bei unaufgeforderten Anrufen, E-Mails oder Faxformularen von ungebetenen Akquisitoren!

Wenn Ihnen am Telefon ohne jede Vorankündigung Geschäfte unterbreitet werden, sollten Sie vorsichtig sein. Vor allem: lassen Sie sich nicht weiter auf das Gespräch ein. Dieser erste Kundenkontakt eines Akquisitors per Telefon ist nicht nur unseriös, sondern diese Cold Callings sind sogar gesetzlich verboten. Dies gilt ebenso für den Erhalt nicht bestellter Emails oder Faxformulare mit Aktienempfehlungen oder Börsenbriefen. Häufig werden von unbekannten Anbietern Geheimtipps angepriesen, die von Ihnen beobachtet werden sollen, weil es eine gewinnsichere Anlage darstellt. In derartigen Fällen kann man nur von unseriösen Anbietern ausgehen, die Ihnen einen Bären aufbinden wollen, indem sie von gewinnbringenden Aktien wertloser Unternehmen berichten um dann eigene Vorteile bzw. Gewinne aus dem von Ihnen investierten Geld zu ziehen.

Tipp 2 – Setzt man Sie unter zeitlichen Druck, ist das ein eindeutiges Warnsignal!

Die Erfahrung im Geldanlage-Geschäft hat schon oft gezeigt, dass übereilte Entscheidungen oft nichts Gutes mit sich bringen. Ganz im Gegenteil! Treffen Sie auf einen Anbieter, der Ihnen rät am besten so schnell wie möglich einen Entschluss zu fassen, weil nur dann ein Spitzengewinn garantiert werden kann, seien Sie vorsichtig! Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen! Sollte es sich um ein seriöses Angebot handeln, kann eine Entscheidung auch am folgenden Tag getroffen werden. Sobald Druck bei Ihnen durch einen Anbieter aufgebaut wird bzw. Sie sich genötigt fühlen zu schnellen Entscheidungen, schalten Sie einen Gang zurück. Das ist kein gutes Zeichen!

Tipp 3 – Nicht alles glauben, was man hört. Nehmen Sie das Versprechen von hohen Renditen und Gewinnen nicht immer für "bare Münze"!

Gerade wenn ein Anbieter Ihnen horrende Renditen und enorme Gewinnchancen bei einem Produkt verspricht, will er Sie nur zu unbedachten Entscheidungen drängen. Meist liegen diese Versprechungen und Zusicherungen von Seiten des Anbieters über den marktüblichen Größen einer Rendite und das spricht folglich für einen miesen Trick und dementsprechend ein unseriöses Angebot. Sie wissen ja: mit entsprechender Höhe der Rendite steigt das Risiko, Kapital zu verlieren bzw. riskant auf´s Spiel zu setzen.
Wir empfehlen Ihnen, sich ausreichend zu erkundigen. Das können Sie bspw. im Kursteil von Tageszeitungen oder im Rahmen von Internetangeboten der Deutschen Bundesbank. Aktuell kann man sich an folgenden Werten orientieren:

  • für sichere Anlagen gilt derzeit ein Zinssatz von 2,0 % p.a. (siehe dazu unseren Tagesgeldvergleich oder Festgeldvergleich)
  • Bundesanleihen von 10 Jahren Laufzeit rentieren aktuell 1,5 % p.a.

Die Deutsche Bundesbank bestätigt: "Insbesondere so genannte Penny Stocks sind aufgrund niedriger Preise und Handelsvolumina anfällig für Spekulation und Manipulation." (siehe: http://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschuere/dl_b_geldanlage.pdf?__blob=publicationFile&v=8, "Geldanlage – Wie Sie unseriöse Anbieter erkennen")

Tipp 4 – Ein klares Warnsignal: zu hohe Provisionsregelungen!

"Anlagespezialisten", die von überzogenen Provisionsforderungen sprechen, haben meist nichts Gutes im Sinn und mehr Interesse am eigenen Gewinn als Ihnen, dem Kunde. Lassen Sie unbedingt die Finger von derartigen Anlageberatern, es könnte sonst ein böses Ende geben. Besser ist immer, wenn Sie in derartigen Fällen eine klare Vorstellung haben, wie Ihre Anlagesumme anteilig für Gebühren, anderweitige Kosten und Provisionen verwendet werden soll. Wir raten Ihnen ebenso bei Termingeschäften und dem damit einhergehenden Daytrading immer ein Auge offen zu halten. Für Transaktionen können hier bereits hohe Gebühren angesetzt werden. Diese übersteigen oft in Gesamtbilanz den Gewinn, der aus einer Anlage hervorgehen könnte.

Tipp 5 – Werden Sie hellhörig bei Überweisungen ins Ausland bzw. bei Auslandsadressen des Geschäftssitzes!

Viele Anleger mussten bereits die schmerzliche Erfahrung machen, dass Überweisungen ins Ausland lediglich ein einfacher Weg waren, Geldsummen zu verlieren bzw. in den Sand zu setzen. Es kommt schon einmal vor, dass das besungene Unternehmen nicht existiert oder das entgegengenommene Geld gar nicht investiert hat. Zudem ist es für Sie als Anleger viel unkomplizierter und sicherer den Überblick über das eigene Geld zu bewahren, wenn das kooperierende Unternehmen sich innerhalb den eigenen Landesgrenzen befindet.
Ebenso sollten Sie bedacht vorgehen, wenn sich der Geschäftssitz des Unternehmens, bei welchem Sie Geld anlegen wollen, in exotischen Ländern befindet. (Zivil-) Rechtliche Ansprüche im Schadensfall geltend zu machen, stellt sich dann sehr viel schwieriger dar und ist selten durchsetzbar.

Tipp 6 – Investment auf Probe – Folgegeschäfte mit Schneeballsystem! Unbedingt meiden!

Häufig geschieht es, dass Anbieter die Sparer locken, indem sie ihnen vorgaukeln mit geringeren Beträgen probeweise in eine Anlage zu investieren. Meist kann er Ihnen aber zum Unternehmen nicht viel sagen. Begründung des Betrügers ist dann häufig die Kurzlebigkeit des Unternehmens, welches sich natürlich aussichtsreich entwickeln wird. Es handelt sich dann um einen "Geheimtipp". Es wird nicht lange dauern und man wird Ihnen erzählen, welche Erfolgsgeschichte das Unternehmen nun schreibt und dass es sich jetzt lohne, größere Beträge zu investieren. Unser Geheimtipp an dieser Stelle ist: Lassen Sie bloß die Finger von solchen Märchen! Häufig verbirgt sich dahinter ein Schneeballsystem. Das läuft so ab, dass das Unternehmen mit Sitz im Ausland Hintermänner aussendet, meist ebenfalls deutsche Anbieter, die potentiellen Kunden ihre Produkte anpreisen. Aber genau diese Hintermänner sind die eigentlichen Drahtzieher, denn sie entziehen sich durch den ausländischen Firmensitz mit entsprechender Gesellschaftsform den deutschen Behörden und sind für Anleger im Problemfall weniger bis gar nicht mehr greifbar.

Tipp 7 – Verschaffen Sie sich Klarheit über das Produkt, in welches Sie Ihr Geld anlegen möchten!

Wichtig ist immer, dass der Anbieter Ihnen das angepriesene Produkt bis ins Detail erklären kann. Sollte dies nicht der Fall sein, bleiben Sie wachsam! Kaufen sollten Sie wirklich nur, was Sie verstanden haben. Dabei gilt der Grundsatz: Umso komplexer ein Produkt ist, desto erfahrener sollten Sie im Geldanlage-Geschäft sein. Haben Sie bereits zahlreiche Erfahrungen sammeln können?

Klarheit über ein Produkt verschaffen Sie sich zudem, wenn Sie sich über die Ausstiegsmöglichkeiten informieren. Gerade bei mehrjährigen Vertragslaufzeiten sollte man das Kleingedruckte lesen, meist gibt es in diesem Rahmen nur Ausstiegsmöglichkeiten, die mit einem hohen finanziellen Aufwand getätigt werden können oder vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten bestehen, die zu Ihrem finanziellen Nachteil werden können. Selbst Widerrufsrechte innerhalb einer bestimmten Frist schützen Sie nicht notwendiger Weise vor finanziellen Verlusten. Bei Wertpapiergeschäften raten wir Ihnen vor allem darauf zu achten, ob das angebotene Produkt auf einem liquiden Markt vertreten ist.

Tipp 8 – Achten Sie darauf, wo Sie ihre persönlichen Daten angeben!

Es hat bereits Fälle gegeben, in denen unbefugte Personen ohne die Kenntnis der Depotinhaber Wertpapiergeschäfte in Auftrag gegeben haben um den Kurs zu hipen. Diese Situation gilt im Besonderen bei Geschäften in zahlungsunfähigen ausländischen Werten des Freiverkehrs (Open Market). Demnach sollten Sie immer Obacht geben, wenn bei Ihnen Nachrichten, Anrufe o.ä. von unbekannten Personen eingehen, die Sie im Zusammenhang eines Produktes zur Angabe solcher Daten überreden wollen. Natürlich nur um Sie über Schnäppchen oder Gewinnmitteilungen zu informieren. Wer es glaubt, wird selig und hat selbst Schuld! Absolut notwendig ist daher, haargenau darauf zu achten, wem Sie welche persönlichen Daten wie Depot-oder Kontonummer, Bankleitzahlen, Kennwörter etc. mitteilen. Wertpapierrechnungen bzw. alle anderen Depotunterlagen sollten nur in Ihren Händen bleiben!

Fazit

Abschließend muss betont werden, dass jeder Anleger natürlich ebenso seines "eigenen Glückes Schmied" ist. Dementsprechend sollte vermieden werden, sich blauäugig und überstürzt in ein Anlagevorhaben zu stürzen.
Achten Sie für Ihr persönliches (wie finanzielles) Glück auf die genannten Punkte und reflektieren Sie Ihr Vorgehen in der Finanzwelt. Was wollen Sie im Rahmen einer Geldanlage erreichen? Welche Ideen/ Zukunftsperspektiven verbinden Sie damit? Wie lang haben Sie vor in eine Anlage zu investieren? Welche Gelder haben Sie zur Verfügung? Zwar benötigen Unternehmen, die rückzahlbare Geldbeträge entgegennehmen, grundsätzlich eine Lizenz der BaFin aber bekannter Maßen bestätigen Ausnahmen die Regel. In einigen Fällen werden in einer Inhaber- oder Orderschuldverschreibung Rückzahlungsansprüche verbrieft, dann benötigt das kapitalverschaffende Unternehmen keine weitere Erlaubnis. D.h. nur, wenn Sie das Unternehmen wirklich kennen, sollten Sie sich auf ein solches Angebot einlassen. Ansonsten können wir Ihnen nur davon abraten.
Generell gilt also, überprüfen Sie immer alle Angaben bis ins Detail und stellen Sie sich stets folgende Fragen:

  • Kenne ich meinen Vertragspartner? Kann ich diesem vertrauen? Fühle ich mich von ihm in meinen Entscheidungen unter Druck gesetzt?
  • Gibt es bereits Hinweise zu widerrechtlichem oder unseriösem Handeln des Unternehmens bzw. Vertragspartners im Internet oder sonst wo?
  • Kann ich den Vertragspartner über Suchmaschinen im Internet überhaupt finden? Kann ich Angaben zum Unternehmen finden wie Firmensitz, Inhaber, Anbieter, Provisionen etc.?
  • Kann der Vertragspartner mir aussagekräftige Informationen zum Produkt geben?
  • Verstehe ich das mir vorgelegte Vertragswerk?

Wenn Sie sich genauestens vorbereiten, haben Sie gute Möglichkeiten, aus Geldanlagen gute Gewinne zu schlagen.

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