Dividenden als passives Einkommen nutzen

Anleger stehen nicht erst seit gestern vor der Frage, wie sie weiter ihr Vermögen einsetzen wollen, ohne in die Falle der negativen Zinsen zu geraten. Die Realverzinsung ist mittlerweile bei den meisten Banken zum Desaster geworden. Inzwischen gibt es mehrere Banken, die sogar nominal in die Negativverzinsung gerutscht sind. Anleger jedweder Art, egal ob Kleinanleger oder Großanleger, stehen damit vor dem Problem, dass sie neue Wege finden müssen, um eine Rendite zu erhalten und ihren Ertrag aus ihrer Geldanlage als zusätzliches Einkommen zur Verfügung zu haben.

Über Aktienanlagen streiten sich die Gemüter in Deutschland seit vielen Jahren. Seit dem Fall der T-Aktie und dem Zusammenbruch des Neuen Marktes ist das Anlegen in Wertpapiere nicht gerade des Deutschen liebstes Hobby. Übersehen wird dabei jedoch gerne, dass Aktien nicht nur über den Kurserfolg selbst eine Rendite einbringen können, sondern mittels Dividenden als passives Einkommen genutzt werden können. Zumindest wenn man auf die richtigen Aktien setzt und sich solide Werte sucht.

Was Dividenden so besonders macht

Aus den Kurserfolgen einer Aktie ergibt sich eine Rendite als Ertrag. Bei den Dividenden verhält es sich anders. Diese werden nicht aufgrund des Erfolgs einer Aktie ausgegeben, sondern aufgrund des Geschäftserfolgs eines Unternehmens. Ein solides Unternehmen, das gute Zahlen schreibt, hat auch entsprechend gute Dividenden zu bieten. Wer die Aktien solcher Unternehmen kauft, kann über die Dividenden von dem Geschäftserfolg profitieren und Anlageerfolge damit erzielen.

Wir empfehlen Dividendenfonds und –ETFs

Wer auf der Suche nach Aktien mit hohen Dividenden ist, hat ein Problem: die Streuung des Kapitals auf mehrere Werte. Für gewöhnlich empfehlen wir, nie mehr als zehn – besser noch fünf – Prozent des Kapitals in einen Wert zu investieren, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Die bessere Wahl für Normalsparer sind daher Dividendenfonds und Dividenden-ETFs. Sie nehmen Ihnen die Suche geeigneter Einzelwerte ab und verhindern das bereits erwähnte Klumpenrisiko. Weiterer Vorteil: Sie können Fonds- und ETF-Anteile sowohl einmalig als auch als Sparplan in bequemen monatlichen Raten kaufen. Welche Broker die beste Auswahl an Fondssparplänen sowie die günstigsten Konditionen für den Kauf von Fonds- oder ETF-Anteilen haben, zeigen unsere Vergleiche:

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Dividenden werden jedes Jahr neu festgelegt

Wer eine Aktie kauft, kann sich nicht darauf verlassen, jedes Jahr den gleichen Betrag als Dividende, und damit als Gewinnbeteiligung, für seinen Unternehmensanteil zu erhalten. Die Aktiengesellschaften legen die Höhe der Dividenden, die sie auszahlen wollen, jedes Jahr aufs Neue fest. Dabei gibt es Unternehmen, welche Jahr für Jahr Dividenden auszahlen, andere hingegen zahlen nur unregelmäßig Dividenden aus. In schlechten Zeiten können Unternehmen, die bislang Gewinnbeteiligungen an ihre Aktionäre ausgeschüttet haben, diese auf null setzen und keine Dividenden bezahlen.

Der Erfolg eines Unternehmens liest sich oftmals aus den Dividenden der vergangenen Jahre ab. Ein solides Unternehmen zahlt regelmäßig solche Gewinnbeteiligungen für seine Aktionäre aus, wenn auch in unterschiedlicher Höhe. Anleger, die eine halbwegs sichere Anlage tätigen, und statt auf den Kurserfolg einer Aktie, auf Dividenden als Einnahmen setzen wollen, sind gut darin beraten, auf solche Unternehmen zu setzen. Unternehmen hingegen, die nur ab und zu Dividenden an ihre Aktionäre auszahlen, oder diese plötzlich auf null gesetzt haben nach Jahren, sind eher als weniger solide zu betrachten. Wer wirklich mit den Gewinnbeteiligungen planen will, der sollte von diesen Unternehmen als Anteilseigner vielleicht lieber Abstand halten.

Dividende als regelmäßige Einnahmequelle

Die Gewinnbeteiligung, welche Unternehmen an ihre Aktionäre in Form von Dividenden ausschütten, verändern sich im Laufe der Jahre immer wieder. Ein fester Betrag kann deshalb, anders als bei einer Festgeldanlage, nicht als Einkommen eingeplant werden, wenn man auf Dividenden als Einnahmequelle setzt.

Dennoch können Dividenden von Unternehmen, welche diese jährlich auszahlen, zumindest zum Teil eingeplant werden als zusätzliches Einkommen. Wenn deren Höhe auch variieren und sich mitunter stark verändern kann.

Vor dem Kauf einer Aktie eines Unternehmens zum Nutzen der Dividenden als Einnahmequelle ist es deshalb ratsam, sich den Verlauf der vergangenen Jahre anzusehen und sich dabei mehrere wichtige Fragen zu stellen.

  • Hat das Unternehmen jedes Jahr eine Dividende ausgeschüttet?
  • Wie hoch waren die Gewinnbeteiligungen je Aktie in den vergangenen Jahren jeweils?
  • Wie sieht es nach dem derzeitigen Stand mit dem Geschäftserfolg des Unternehmens?
  • Wie sieht es mit den Erwartungen an die zukünftigen Geschäftsaussichten aus, aus Sicht des Unternehmens selbst und aus Sicht der Analysten?

Aus diesen vier Punkten kann abgelesen werden, ob sich eine Aktie eines Unternehmens wirklich lohnt, um dessen Dividenden als passives Einkommen in die eigenen Vermögens- und Finanzplanungen mit einzubeziehen. Natürlich liegt es am Lauf der Geschäftswelt, dass sich der Erfolg eines Unternehmens im Laufe der Jahre verändern und damit verbessern oder aber verschlechtern kann. Das eigene Portfolio an Aktien sollte deshalb von Zeit zu Zeit gesichtet und möglicherweise neu geordnet werden.

Wann werden Dividenden ausgezahlt?

Wichtig für das Einplanen der Dividenden als zusätzliches Einkommen ist es, zu wissen, an welchem Zeitpunkt diese vom Aktien ausgebenden Unternehmen dann ausgezahlt wird. Hierbei müssen Anleger unterscheiden zwischen deutschen Aktien und ausländischen Aktien. Aktiengesellschaften aus dem Ausland haben oftmals eine andere Zahlweise als deutsche Unternehmen, welche Dividenden ausschütten. Hierbei sollte bei ausländischen Unternehmen im Einzelfall darauf geachtet werden, um die Gewinnbeteiligung an diesen Aktiengesellschaften auch wirklich einplanen zu können.

Deutsche Unternehmen zahlen ihre Dividenden ein Mal im Jahr aus, meist direkt einen Tag nach der Hauptversammlung. In dieser wird die Höhe der Dividende für das Vorjahr festgelegt. Der Vorstand macht dazu einen Vorschlag, welche von der Hauptversammlung der Aktionäre meist angenommen wird. Je Anteilsschein des Unternehmens wird dieser Betrag dann an den Aktionär des Unternehmens ausgezahlt. Bei Anteilsbruchstücken nur der jeweils gestückelte Betrag.

Neue Alternative zu Zinsen

Die Zinsen sind im Keller, selbst für Festgeldkonten gibt es vor allem für die Laufzeit von 5 bis 10 Jahren kaum mehr einen Zinsertrag zu halten, der sich für Anleger rentieren würde. Deutschlands Anleger sind deshalb dazu aufgefordert, sich nach neuen Möglichkeiten und nach neuen Quellen für ihr passives Einkommen umzusehen, wollen sie ihre Ersparnisse auch weiterhin als zweites finanzielles Standbein nutzen.

Dividenden eignen sich vor allem für all jene Anleger als Alternative zu Tagesgeld und Festgeld, die mittelfristig bis langfristig eine Einnahmequelle haben wollen. Ohne einen festgelegten Betrag erhalten zu müssen, oder im Laufe der Zeit auf das angelegte Geld zurückgreifen zu müssen. Das heißt: ein Anleger kauft verschiedene Aktien solider Unternehmen, welche in den vergangenen Jahren immer Dividenden ausgeschüttet haben und deren Prognosen für den zukünftigen Geschäftsverlauf gut sind und legt diese in sein Depot, ungeachtet des eigentlichen Kursverlaufs über das Jahr hinweg.

Keine Haltefrist – aber kurze Anlage oft nicht rentabel

Natürlich muss nicht jeder Anleger so handeln. Ebenfalls ist es möglich, kurz vor der Hauptversammlung Anteilsscheine (= Aktien) eines Unternehmens zu kaufen, sich die Dividende ausschütten zu lassen, und die Anteile dann wieder weiter zu veräußern. Für Dividendenzahlungen deutscher Unternehmen gibt es keine vorgegebenen Haltefristen, ein Anleger kann damit kaufen und verkaufen wie und wann er mag.

Wer aber auf längere Sicht Dividenden als passives Einkommen nutzen möchte, ist jedoch möglicherweise besser damit bedient, die jeweiligen Aktien länger zu halten, um nicht zu einem vielleicht hohen Kurs kaufen und dann zu einem niedrigeren Kurs verkaufen zu müssen. Die Dividende amortisiert sich sonst wieder, und der Kauf war umsonst, die Kosten dafür sind jedoch zu zahlen in Form von Ordergebühren.

Nicht jede Aktiengesellschaft schüttet Dividenden aus

Wie bereits oben erwähnt, bedeutet der Kauf einer Aktie eines Unternehmens nicht automatisch zugleich, dass Dividenden ausgeschüttet werden. Dividendenzahlungen sind vom Erfolg eines Unternehmens abhängt. Zwar handelt es sich dabei um Gewinnbeteiligungen für die Aktionäre. Nimmt das Aktien ausgebende Unternehmen jedoch Rückstellungen vor, beispielsweise für Pensionszahlungen, für Investitionen oder für mögliche Verfahrenskosten, fallen die Dividenden niedriger aus. Oder entfallen ganz, was bei soliden Unternehmen eher weniger der Fall ist, aber wie im Fall von ThyssenKrupp im Jahr 2013 durchaus vorkommen kann.

Anleger, welche Dividenden als passives Einkommen nutzen möchten, sollten deshalb darauf achten, ob das jeweilige Unternehmen in den letzten Jahren überhaupt Gewinnbeteiligungen in Form von Dividenden ausgeschüttet hat. Ob diese Ausschüttungen regelmäßig und unregelmäßig erfolgt sind, und wie hoch die Dividenden in den vergangenen Jahren waren. Unternehmen, welche gar keine oder nur unregelmäßig Dividenden ausschütten, sind für Anleger, welche diese Beteiligung am Gewinn als regelmäßige Einnahmequelle nutzen wollen, eher nicht geeignet.

Regelmäßige Dividenden = regelmäßiges Einkommen

Ein Unternehmen, das regelmäßig Dividenden ausschüttet, um seine Aktionäre an seinen Gewinnen zu beteiligen, kann durchaus als solide betrachtet werden. Um ein regelmäßiges Einkommen durch Dividenden aufbauen zu können, ist es für Anleger deshalb wichtig, sich entsprechende Aktien sorgfältig auszusuchen.

Keine Planbarkeit gibt es indes bei der Höhe der Dividenden. Diese können, je nach Jahr, Unternehmenserfolg und Rückstellungen des Unternehmens, unterschiedlich ausfallen. Wer die Dividenden der jeweiligen Aktiengesellschaften über die vergangenen Jahre hinweg betrachtet, kann jedoch eine gute Marschrichtung für sein Einkommen finden. Auch wenn dies immer nur die Zahlen in der Rückschau sind, kann diese Betrachtung zumindest zum Teil eine Prognose für die Zukunft darstellen. Dies gilt jedoch nur dann, wenn ein Unternehmen solide und weiter auf Erfolgsspur ist. Ein Erfolgsversprechen hingegen kann nie gegeben werden, da das Gelingen eines Unternehmens nicht nur vom rein betriebswirtschaftlichen Weg getragen wird, sondern zugleich vom volkswirtschaftlichen Weg abhängt.

Aktien mit hohen Dividenden finden

Anleger, die auf Gewinnbeteiligungen aus Aktiengesellschaften setzen wollen, sind gut darin beraten, vor ihrer Anlage in Aktien die Dividendenrendite der jeweiligen Unternehmen der letzten Jahre zu betrachten.

Dividenden der DAX30-Unternehmen 2013

Für 2013 zeigte sich hier allein bei den im DAX gelisteten 30 Unternehmen ein Unterschied von mehreren Prozent . So kam die Münchner Rück auf eine Dividendenrendite von 4,51 Prozent, E.ON auf 4,46 Prozent, die Allianz auf 4,06 Prozent und die Telekom auf 4,01 Prozent. Während Fresenius SE nur auf eine Dividendenrendite von 1,10 Prozent, die Heidelberg Cement auf nur 1,09 Prozent, LANXESS auf nur 1,03 Prozent, Beiersdorf nur auf 0,95 Prozent. ThyssenKrupp schüttete in 2013 sogar überhaupt keine Gewinnbeteiligung in Form einer Dividende an die eigenen Aktionäre aus.

Hier zeigen sich Welten auf zwischen den einzelnen Unternehmen, allein bei den 30 stärksten börsennotierten Aktiengesellschaften in Deutschland. Anleger sollten deshalb vor dem Kauf von Aktien unbedingt auf die Dividendenrendite der vergangenen Jahre achten. Auch wenn dies keine Gewähr dafür ist, dass das Unternehmen in Zukunft ebenfalls Dividende ausschüttet. Oder ein nicht Dividenden ausschüttendes Unternehmen im kommenden Jahr nicht wieder eine Gewinnbeteiligung für seine Anteilseigner kann. Der Anleger hat damit, wenn er Dividenden als passives Einkommen nutzen möchte, immer das Risiko zu tragen, dass er als Anteilseigner eines Tages leer ausgehen könnte, weil das Unternehmen, an dem er mit seinen Aktien beteiligt ist, mangels Geschäftserfolg und/oder zu hoher Rückstellungen keine Gewinnbeteiligung an seine Aktionäre auszahlt.

Abgeltungssteuer nicht vergessen!

Dividenden als Einkommensquelle zu nutzen, ist eine einfache Sache – wenn man die jeweiligen Aktien, Fonds oder ETFs dazu bereits in seinem Portfolio hält. Einmal gekauft, können die Wertpapiere dann im Depot verbleiben, und Jahr für Jahr, im Falle von Dividendenausschüttungen, ein passives Einkommen für den Anleger erzielen.

Abgeltungssteuer nicht vergessen!

Anleger sollten dabei aber nicht die Steuer vergessen. Diese fällt auf Gewinnbeteiligungen aus Aktien an, da diese als Kapitalerträge gelten. Auf diese Erträge wird in Deutschland Abgeltungssteuer erhoben, 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag plus gegebenenfalls Kirchensteuer. Die Dividenden sind deshalb seit dem 1. Januar 2009 steuerpflichtig im Rahmen der damals eingeführten Abgeltungssteuer. Der Anteilseigner muss seine Gewinnbeteiligung entsprechend versteuern. Hierbei sind die jeweiligen Rechtsgrundlagen für Aktienkäufe vor der Einführung der Abgeltungssteuer und danach zu betrachten, hierbei zählt jeweils der Zeitpunkt des Kaufs für die Dividenden jener Unternehmen, welche diese steuerfrei ausschütten.

Um seine Dividenden von der Abgeltungssteuer befreien zu lassen, ist ein Freistellungsauftrag für das eigene Depot erforderlich. Alleinstehende können so bis zu 801 Euro von der Steuer auf Kapitalerträge befreit werden, Verheirate gemeinsam bis zu 1.602 Euro. Wer mehrere Freistellungsaufträge erstellt, beispielsweise für andere Anlagekonten oder Sparkonten, der muss darauf achten, dass diese insgesamt den genannten Sparpauschbetrag nicht übersteigen.

Freiwillig ist es zudem möglich, bei der Einkommenssteuererklärung die Anlage KAP für Einkünfte aus Kapitalvermögen einzureichen. Seit der Einführung der Abgeltungssteuer ist diese meist kein Muss mehr, kann jedoch gerade bei Aufwendungen bedingt durch Verluste aus Kapitalanlagen zu einer verminderten Steuerbelastung führen.