Finanztransaktionssteuer auch auf Devisen?

Donnerstag den 20.03.2014

Die Finanztransaktionssteuer ist beschlossene Sache. Nur worauf die Steuer nun wirklich kommen soll, dies ist bislang noch nicht klar – und auch der Zeitpunkt ihrer Einführung liegt noch im Dunkeln. Angedacht ist derzeit, die Steuer auf Finanzmarktgeschäfte zuerst auf Aktienanlagen anzuwenden. Weitere Anlagearten waren noch nicht wirklich geplant. Dies könnte sich jedoch bald ändern.

Die Juristen der Europäischen Union sind der Ansicht, dass die Finanztransaktionssteuer neben den Aktienanlagen auch auf Devisen ausgeweitet werden könnte. Zwar soll die Transaktionssteuer im Moment noch faktisch ausgeschlossen sein, wie die Nachrichtenagentur Reuters laut „Handelsblatt“ zu berichten weiß. Doch die EU-Juristen sehen wohl durchaus die Möglichkeit, dass die Steuer auf Finanzmarktgeschäfte später durchaus auch auf den Handel mit Währungen ausgeweitet werden könnte.

Finanztransaktionssteuer auf alle Kapitalanlagen?

Auf Erträge aus Kapitalanlagen muss in Deutschland Abgeltungssteuer entrichtet werden. Diese setzt sich zusammen aus 25 Prozent Abgeltungssteuer plus auf die Steuer entfallenden Soli plus eventuell zu entrichtende Kirchensteuer und ist damit nicht gerade eine kleine Abgabe. Die Einführung einer Finanztransaktionssteuer würde die deutschen Anleger damit gleich doppelt treffen, ganz egal in welchem Bereich sie denn nun eingeführt werden würde.

Gerade Aktienanlagen, mit denen sich die deutschen Verbraucher sowieso immer noch bzw. immer wieder schwertun, mit einer solchen Steuer zu belasten, könnte dazu führen, dass sich Anleger bewusst von Aktien und Fonds verabschieden. Und sich stattdessen andere, nicht noch neben der Abgeltungssteuer zusätzlich durch die Transaktionssteuer belasteten Anlagearten zu suchen.

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Zudem stellt sich hierbei die Frage, wo die Steuer, die inzwischen gerne als Börsensteuer bezeichnet wird, anfangen soll und aufhören wird. Letztlich kämen für eine solche Besteuerung alle Kapitalanlagen in Frage. Seien sie nun mit Risikofaktoren versehen oder eben doch sichere Anlagen. Vielen Anlegern müsste es bei dem Vorstoß der EU-Juristen in den Ohren klingeln. Eine Ausweitung der Steuer zu einer weiteren Anlageart könnte letztlich, wenn man es recht bedenkt, wieder nur der Zwischenweg hin zur nächsten Anlageart sein, die dann ebenfalls der Finanztransaktionssteuer zum Opfer fallen könnte.

Gibt es Ausweichmöglichkeiten für die Anleger?

Wenn neue Steuern anfallen, stellt sich natürlich immer auch die Frage danach, ob es Ausweichmöglichkeiten gibt für die Anleger. Im Falle der Finanztransaktionssteuer wird dies wohl bedeuten, dass Anleger, welche diese Steuer nicht bezahlen möchte, auf andere Anlagearten wechseln müssen – auf die diese Börsensteuer nicht berechnet werden wird.

Doch der Vorstoß der Juristen der EU macht nicht viel Hoffnung darauf, dass es eines Tages noch viele solcher Alternativen nicht besteuerter Anlagearten geben wird. Wenn einmal damit angefangen wird, eine solche „Börsensteuer“ auch auf andere Anlagearten zu erheben, wird die Gier der Staaten nach diesen Steuereinnahmen wachsen und wachsen. Weshalb es wohl sehr wahrscheinlich sein dürfte, dass die Finanztransaktionssteuer nach und nach auch auf weitere Geldanlagearten ausgeweitet werden wird.
Dennoch sollten Anleger zum jetzigen Zeitpunkt sicher nicht die Flinte ins Korn stecken, sondern könnten sich beispielsweise gezielt Anlagearten aussuchen, deren Besteuerung über die Transaktionssteuer NOCH in weiter Ferne ist. Sollte die jeweilige Anlageart dann früher oder später doch noch unter die Finanztransaktionssteuer fallen, kann immer noch weiter gedacht und weiter überlegt werden.

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