Geldanlage in Fremdwährungen derzeit mit hohem Wechselkursrisiko

Mittwoch den 5.03.2014

Die Sparzinsen in Deutschland sind niedrig, und fallen zunehmend weiter. Da ist es kein Wunder, dass sich viele Anleger nach anderen Möglichkeiten umsehen, ihr Geld gewinnbringend anzulegen. Eine Möglichkeit ist es dabei, in anderen Ländern, die keinen Euro als Zahlungsmittel haben, Sparkonten anzulegen – zumal die Zinsen für Spareinlagen dort derzeit oftmals höher sind. Doch dabei schwingt immer ein Risiko mit, das Wechselkursrisiko, das Sparer nicht unterschätzen sollten, wie auch aktuelle Berechnungen des Bundesverbandes deutscher Banken zeigen.

Wie der BdB berechnete, haben Anleger durch die starken Kursgewinne des Euro in den letzten 14 Monaten mächtig an Geld verloren durch die Wechselkursverluste. Zwar bieten Banken in Nicht-Eurostaaten deutlich höhere Zinsen an, als es derzeit bei uns der Fall ist. Dafür gehen die Anleger, die auf Spareinlagen in Fremdwährungen setzen, natürlich das Risiko von Verlusten durch den sich ändernden Wechselkurs ein.

Hohe Verluste beim südafrikanischen Rand und türkischer Lira

Von Ende 2012 bis Ende Februar dieses Jahres hat der Euro stark gewonnen gegenüber vielen Währungen. Besonders drastisch war der Wechselkursverlust dabei für die Anleger, die auf Anlagen in südafrikanischen Rand oder in türkischen Lira gesetzt hatten.

Binnen des genannten Zeitraums verlor der Rand gegenüber dem Euro 33 Prozent, die Lira gegenüber dem Euro 29 Prozent. Damit wurden je nach Anlage und Höhe der Verzinsung die Zinsen deutlich geschmälert bzw. zugleich teilweise der Zinsvorteil sogar ganz aufgehoben.

Gegenüber dem Japanischen Yen gewann der Euro innerhalb von 14 Monaten 24 Prozent, gegenüber dem Russischen Rubel 22 Prozent und gegenüber dem Australischen Dollar 20 Prozent. Dies zeigt, wie stark der Euro derzeit ist – und vor allem wirft es die Frage auf, ob Anlagen in Fremdwährungen derzeit wirklich noch Sinn machen.

Fremdwährungen gehören dennoch in die Portfolio-Mischung!

Auch wenn der Euro seit Monaten die Trumpf-Karte gegenüber vielen anderen Währungen hat, so sollten Fremdwährungen als Anlageart nicht unterschätzt werden. Der Bankenverband schreibt angesichts seiner eigenen Berechnungen dazu: „Grundsätzlich können Fremdwährungsanlagen eine sinnvolle Ergänzung in einem Depot sein, das sich bereits aus verschiedenen Anlageformen zusammensetzt.“ Und schränkt dann doch wieder leicht ein und verweist auf das Risiko solcher Anlagen: „Voraussetzung ist aber, dass der Anleger die nötige Risikobereitschaft mitbringt. Keinesfalls sollten Anleger allein auf die höhere Zinsen schauen, die in anderen Währungen erzielbar sind.“

Zu den wichtigsten Anbietern von Fremdwährungskonten

Nur auf Anlagen in Euro zu setzen dürfte, unserer Ansicht nach, der falsche Weg sein. Denn letztlich ist auch der Euro eine Währung, die stehen und fallen, gewinnen und auch verlieren kann. Die starken Kursgewinne der Gemeinschaftswährung können sich auch schnell wieder ins Gegenteil verkehren, und alles nur auf eine einzige Währung zu setzen wäre angesichts immer wieder möglicher Währungsreformen sowieso der falsche Weg.

Nicht nur von höheren Zinsen locken lassen!

Wichtig ist dabei aber auch eines: eine Anlage sollte nicht nur wegen der möglichen zu erzielenden Zinsen getätigt werden, sondern auch, weil das Risiko dem entspricht, was man selbst eingehen möchte. Immer wieder schimpfen Verbraucher über die Verluste, die sie durch bestimmte Anlagearten (im Inland wie im Ausland) hinnehmen müssen, und fragt man dann gezielter nach, kommt oft heraus, dass sich die Anleger nur mit der Höhe der Rendite befasst haben, nicht jedoch mit dem Risiko, das die jeweilige Anlageart zugleich auch mit sich bringt.

Und bei der Anlage in Fremdwährungen besteht nun einmal das Wechselkursrisiko, und dieses wird auch so bleiben. Dessen müssen sich Sparer bewusst sein, die ihr Geld in fremden Währungen anlegen. Denn eines gilt nach wie vor: hohe Zinsen bringen in Zeiten sonst niedriger Zinserträge immer auch eines mit – ein höheres Risiko und damit zugleich auch eine Verlust-Gefahr.

Entwicklung des Euro-Wechselkurses Ende 2012 bis Februar 2014

Wechselkurs des Euro von Ende 2012 bis Februar 2014 mit Wechselkursverlusten © Bundesverband deutscher Banken

Quelle Grafik und ©: Bundesverband deutscher Banken