Hohe Zinsen bei sicheren Geldanlagen 2013 illusorisch

Montag den 12.08.2013

In den letzten Monaten hat es einen weiteren Rutsch der Sparzinsen nach unten gegeben. Der niedrige Leitzins und das mitunter auch sehr große Desinteresse der Banken an den Bedürfnissen ihrer Kunden haben die Zinsen für sichere Spareinlagen mitunter in den Keller getrieben. Das Sparbuch beispielsweise lohnt sich nur noch in seltenen Ausnahmefällen überhaupt, bei den allermeisten Banken ist dieses einstmals für deutsche Sparer so wichtige Sparprodukt tief in den Keller gerutscht. Es wird deshalb oftmals ganz aufgehört zu sparen und stattdessen Konsum auf Pump bevorzugt, oder aber nach neuen Anlagearten gesucht, welche eben keine niedrigen Zinsen haben. Hohe Zinsen bei sicheren Geldanlagen sind 2013 jedoch illusorisch – den hohen Preis für hohe Zinsen werden Anleger immer wieder auch mit einem steigenden Risiko bezahlen müssen. Kein Wunder natürlich, dass angesichts der niedrigen Zinsen für Spareinlagen immer mehr Anleger ins Risiko gehen – was vom (unsererseits empfehlenswerten) Fondssparplan über die Geldanlage in Fremdwährungen bis hin zu hochriskanten Produkten wie Binären Optionen reicht.

Deshalb gilt für Sparer in diesem Jahr – und möglicherweise im nächsten auch – nur eines: sich immer wieder aufs Neue die Zeit zu nehmen, um die Zinsen für Spareinlagen, sei es nun das Tagesgeld oder das Festgeld zu vergleichen. Und dabei nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen, wenn festgestellt wird, das Zinsniveau ist alles andere als passabel. Dies ist der gegenwärtigen Zinspolitik der EZB geschuldet, die weiter alles daransetzt, die Euro-Zone aus der Schuldenkrise zu holen. Doch ob die Niedrigzinsen der Europäischen Zentralbank wirklich einen Erfolg bringen werden, ist bislang eher fraglich.

Dennoch ändert dies nichts daran, dass die Zinsen für sichere Spareinlagen nun mal niedrig sind, und es möglicherweise auch noch bis Ende des kommenden Jahres bleiben könnten. Für Sparer gilt deshalb wohl nur eines: durchzuhalten, bis die Zinsen wieder steigen. Und dabei dann zwischenzeitlich nicht der Verlockung anheimzufallen, die eigenen Ersparnisse zu nehmen und plötzlich alles auf Risikoanlagen zu setzen. Natürlich können derzeit bei anderen Anlagearten ganz andere Renditeerträge erzielt werden. Dies bringt dann jedoch nichts, wenn am Ende aufgrund des hohen Risikos plötzlich Verluste gemacht werden und dann auch das Geld verloren geht, das als dringender Notgroschen gebraucht wird.

Dies gilt übrigens auch für das Geld, das als Eigenkapital für einen späteren Hausbau oder einen Hauskauf oder Wohnungskauf angespart werden soll. Natürlich sind hohe Rendite hier durchaus verlockend, um mit der Finanzierung des eigenen Heims schneller voran zu kommen. Wenn man dann jedoch Pech hat, kann es sein, dass man einen Großteil des Kapitals wieder verliert und dann wieder nahezu von vorne anfangen muss. Deshalb ist das Sparen von Eigenkapital über sichere Spareinlagen wie Tagesgeld, Festgeld, Sparbücher oder Sparbriefe immer noch am ehesten zu empfehlen.