Wenn die Eltern mit dem Sohn

Montag den 6.08.2012

Ein recht ungewöhnlicher Fall wurde kürzlich vor dem Landgericht (LG) Ingolstadt verhandelt. Es ging – wie oft bei fehlgeschlagenen Investments – um die Frage, wer für Anlageverluste haften muss. Recht ungewöhnlich war der Fall deshalb, weil das klagende Anleger-Ehepaar sich der örtlichen Volksbank als Beklagte gegenüber sah. Und bei ihr in Lohn und Brot stand wiederum der Sohn der Kläger, der seinen Eltern die Beteiligung an einem Geschlossenen Fonds empfohlen hatte.

Dieses Investment erwies sich nach einiger Zeit jedoch als Flop, so dass Vater und Mutter über erhebliche Verluste klagten. Dafür verlangten sie Schadenersatz von der Bank. Begründung: fehlerhafte Anlageberatung. Im Lauf der Verhandlung musste der Berater-Sohn zugeben, dass er das Beteiligungsangebot nicht selbst geprüft hatte, sich statt dessen allein auf schriftliche Unterlagen, den Verkaufsprospekt des Fonds sowie auf die Schulung durch den Fondsanbieter verlassen habe.

Somit monierte das Ingolstädter Landgericht, dass eine individuelle und eigenständige Prüfung durch die Bank bzw. den Berater nicht stattgefunden habe. Dies war dann auch der Grund dafür, dass die Bank in ihre Schatulle greifen musste und zum Schadenersatz verpflichtet wurde.