Banken müssen auf Anlagerisiken hinweisen

Montag den 6.08.2012

Argentinien und kein Ende. Die de-facto-Pleite des Gaucho-Staates vor einigen Jahren und die daraus folgenden herben Verluste für Anleger wirken immer noch nach. So auch in einer Entscheidung vom Oberlandesgericht (OLG) Bamberg unter dem Aktenzeichen 5 U 246/05.

Diesmal jedoch kam eine Anlegerin, die seinerzeit auf Anraten ihres Bankberaters hoch verzinste Argentinien-Staatsanleihen erworben hatte, noch sehr glimpflich davon. Das Bamberger OLG sprach ihr nämlich einen Schadenersatz von gut 50.000 Euro zu. Die Begründung für dieses Anleger-freundliche Urteil ist so plausibel wie erfreulich.

Grundsätzlich müssen nämlich Bankberater auf mögliche Anlagerisiken hinweisen. Tun sie das nicht, wird ihr Brötchengeber, die Bank oder Sparkasse, mit einiger Wahrscheinlichkeit in die Haftung genommen, sofern das betreffende Investment schief geht – also mit Verlusten endet.

Im vorliegenden Fall war offenbar nachzuweisen, dass der Berater nicht über die finanziellen Probleme des Staates Argentinien informiert hatte. Mehr noch, angeblich hatte er sogar die Bedenken seiner Kundin zerstreut und eindringlich zum Kauf der Argentinien-Bonds geraten. Dieses Verhalten war Ausschlag gebend dafür, dass die Bank den Vermögensverlust der Kundin ersetzen musste.