Bertelsmann Studie: Gesetzliche Rentenversicherung nicht familiengerecht

Freitag den 17.01.2014

Es ist ein schweres Stück an Kritik, welche die Gesetzliche Rentenversicherung, wie sie derzeit ist, von der Bertelsmann Stiftung erhält. Wie eine Studie zeigt, ist die GRV „nicht familiengerecht“ und wird zudem ab 2030 massiv unter Druck geraten.

So zahlt laut der aktuellen Bertelsmann Studie ein heute 13-Jähriger im Laufe seines Arbeitslebens einen Überschuss von 77.000 Euro ein, von denen er selbst nichts haben wird, und von dem auch seine Eltern nur wenig profitieren werden. Dies hat auch einen einfachen Grund, wie die Bertelsmann Stiftung zum Ergebnis der Studie schreibt: „Zwar haben sie mit der Gründung einer Familie und ihrer Erziehungsleistung der Rentenkasse diesen Überschuss erst ermöglicht. Aber weder erhöht sich dadurch ihre eigene Rente wesentlich, noch zahlen sie weniger Beiträge als Kinderlose.“

Erziehungsleistungen werden von der GRV nicht anerkannt

Das bedeutet letztlich, dass die Erziehungsleistungen, welche von den Eltern erbracht werden, gerade auch in finanzieller Hinsicht, vom gegenwärtigen deutschen Rentensystem nicht anerkannt wird und weder der Einzahler von seinem Einzahlungsüberschuss etwas hat, noch seine Eltern wirklich einen entsprechenden Zuschuss bei der Rente erhalten. Die Gesetzliche Rentenversicherung ist damit heute alles andere als familiengerecht, und wird es auch bleiben, solange nicht gravierende Änderungen zu Gunsten von Familien und Alleinerziehenden getroffen werden hinsichtlich der Einzahlungen in die Rentenkasse oder aber zumindest hinsichtlich der Altersbezüge, die sie eines Tages von dort erhalten.

Die Bertelsmann Stiftung sieht deshalb einen dringenden Reformbedarf bei der Gesetzlichen Rentenversicherung und sieht den Druck auf das Rentensystem ab 2030 zudem sprunghaft ansteigen. Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, zum Ergebnis der Studie: „Unser Rentensystem benachteiligt Familien – ausgerechnet diejenigen, die das System am Leben erhalten“. Der Kritik ist damit klar: weg von der heutigen Form der Gesetzlichen Rentenversicherung hin zu einer Lösung, die das Kinderkriegen und –erziehen und das Einzahlen der Kinder selbst begünstigt. Natürlich würde dies im Umkehrschluss bedeuten, dass auf Kinderlose wohl höhere Rentenbeiträge zukommen würden, aber wer sein Land am Leben erhalten und eines Tages doch noch sein Altersruhegeld erhalten möchte, wird daran wohl kaum vorbeikommen.

Rentensystem muss „demographiefest“ gemacht werden

Deutschland steht vor einem Scheideweg in Sachen Gesetzliche Rentenversicherung, und dies nicht erst seit heute. Bereits seit vielen Jahren zeigt sich, dass das heutige System früher oder später nicht mehr überlebensfähig sein wird. Je länger jedoch damit gewartet wird, eine Änderung der Rentenversicherung vorzunehmen, desto länger wird das Problem auch weiter weggeschoben. Um jedoch nicht irgendwann einen großen Knall zu hören in Sachen Rente, muss endlich etwas getan werden, das Familien und ihre Kinder begünstigt. Doch es geht der Bertelsmann Stiftung nicht nur um die Familiengerechtigkeit des Rentensystems, wie Dräger deutlich macht: „Spätestens mit dem Ende des demographischen Zwischenhochs 2030 gerät unser heutiges Rentensystem massiv unter Druck. Die Politik muss jetzt handeln und unser System nicht nur familiengerecht, sondern auch langfristig demographiefest machen“.

Zeit zum Handeln

Konkret bedeutet das für die Bundesregierung, dass es Zeit wird zum Handeln und die Gesetzliche Rentenversicherung gleich an zwei Punkten einen dringenden Reformbedarf hat. Sonst wird das heutige System früher oder später zu Grabe getragen werden müssen, und man kann sich sicher gut selbst ausmalen, was passiert, wenn unser Rentensystem kollabiert und plötzlich weniger Geld vorhanden ist, als für die Auszahlungen der Rente benötigt wird.

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