Wird das neue Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz zum Flop?

Montag den 7.10.2013

Ab kommendem Jahr haben Versicherungen die Möglichkeit, im Rahmen des neuen Altersvorsorge-Verbesserungsgesetzes, neue Produkte im Bereich Erwerbsminderungsrente und Berufsunfähigkeitsrente anzubieten. Doch wird das neue Gesetz zum Flop, weil sich kaum Versicherte finden werden, welche bereit sind die hohen Kosten für die neuen Versicherungsarten zu übernehmen?

Der Sinn hinter dem neuen Gesetz ist einfach: die Leistungen aus den BU-Versicherungen sollen nicht nur bis zum Rentenalter, das heißt, bis zum 67. Lebensjahr erbracht werden, sondern bis zum Lebensende. Dies ist natürlich ein hehres Ziel, das sich auf den ersten Blick gut anhört, doch hat das neue Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz eben gleich den Haken in sich selbst: verlängerte Leistungen sind angesichts der weiter steigenden Lebenserwartungen auch zu bezahlen und im Rahmen von Berufsunfähigkeitsrenten und Erwerbsminderungsrenten ist dies ein teurer Spaß für die Versicherungen, die überhaupt erst einmal finanziert werden will.

Denn jeder Versicherungsschutz und jede Versicherungsleistung hat nun einmal auch ihren Preis, und je besser der Schutz und / oder die Leistungen einer Versicherung sind, desto höher sind auch letztlich die Beiträge. Und dies könnte, dies ist laut „Handelsblatt“ auch die Meinung einiger Experten dazu führen, dass die Berufsunfähigkeitsversicherungen, die ab 2014 im Rahmen des neuen Altersvorsorge-Verbesserungsgesetzes angeboten werden, möglicherweise nichts weiter als Ladenhüter sein werden, staatliche Unterstützung hin oder her.

Denn ob eine Versicherung in diesem Bereich bis zum 67. Lebensjahr bezahlt oder ob sie bis beispielsweise zum 80. Lebensjahr bezahlt, weil der Versicherte so lange lebt, macht immerhin 13 Jahre Unterschied. Und dies muss erst einmal gestemmt werden, seitens der Versicherung selbst, aber auch vor allem seitens der Versicherten, deren Beiträge dann in Dimensionen steigen könnten, die für Otto Normalverbraucher kaum mehr zu bezahlen sind. Da rechnet sich dann auch kaum, dass irgendwann in ferner Zukunft dann die BU oder die Erwerbsminderungsrente seitens der Versicherung auch nach dem „normalen“ Renteneintritt weiterbezahlt wird. Denn hohe Beiträge haben es an sich, dass sie potentielle Kunden durchaus abschrecken können, selbst wenn die Leistungen für sich gesehen durchaus gut sein können.

Aber wer will schon eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, für die er dann Monat für Monat einen vielleicht dann deutlich dreistelligen Betrag bezahlen muss, ohne überhaupt zu wissen, ob die Versicherungsleistungen selbst eines Tages überhaupt in Anspruch genommen werden müssen. Zudem hat die BU gerade in den vergangenen Jahren immer wieder auch mit massiver Kritik zu kämpfen gehabt, da Leistungen verweigert wurden, oder die Versicherten zum Teil jahrelang gerichtlich kämpfen darum kämpfen mussten und müssen, das ihre Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt zahlt.

Es wird damit die Frage sein, ob das neue Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz wirklich nachhaltig positive Veränderungen mit sich bringen – oder ob es einfach zum Flop werden wird, weil es an den tatsächlichen Bedürfnissen wie auch den Möglichkeiten der Versicherten vorbeigeht.