Deutsche werden zu Sparmuffeln

Mittwoch den 21.08.2013

Sparfrust statt Sparlust, dies könnte durchaus über dem Jahr 2013 stehen. Die Sparneigung in Deutschland sinkt, das Volk der Sparer verliert seine Lust am Sparen, die Deutschen werden zu Sparmuffeln. Dies bestätigt nun auch eine aktuelle Umfrage von TNS-Infratest, die im Auftrag des BVR (Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken) zum Sparverhalten der Bundesbürger erstellt wurde.

Das niedrige Zinsniveau zeigt damit einmal mehr, dass die Sparer immer gefrusteter sind und ihnen vermehrt die Lust daran vergeht, Geld auf die hohe Kante zu legen. Wie die Umfrageergebnisse zeigen, liegt die monatliche Sparlücke mittlerweile bei durchschnittlich über 100 Euro im Monat, dies ist eine durchaus nachdenklich stimmende Zahl. So erreichten laut der aktuellen Befragung zum Sparverhalten der Bundesbürger nur noch 64 Prozent der Befragten ihre selbst gesteckten Sparziele in 2013, im Jahr 2012 lag diese Zahl noch bei 71 Prozent und damit deutlich höher.

BVR-Vorstand Dr. Andreas Martin über das aktuelle Umfrageergebnis: „Als Folge des niedrigen Zinsniveaus sparen die Bürger weniger. Die Anreize zum langfristig ausgerichteten Vorsorgesparen sind momentan zu schwach. Die Europäische Zentralbank sollte die Zinsen zügig und entschlossen anheben, sobald sich die Konjunktur im europäischen Währungsraum hinreichend erholt hat.“ So würden „dauerhaft niedrige Zinsen“ nicht nur die Entstehung von Preisblasen bei Immobilien provozieren, sondern „auch zu ernstzunehmenden Belastungen bei der privaten Altersvorsorge“, so Martin weiter.

Laut der Umfrage von TNS-Infratest halten die Bürger einen monatlichen Betrag zum Sparen erforderlich von durchschnittlich 287 Euro, tatsächlich gespart wird indes nur 185 Euro durchschnittlich im Monat. Damit beträgt die Sparlücke im Jahr 2013 im Durchschnitt 102 Euro monatlich – ein nicht gerade als gering zu bezeichnender Betrag. Weniger ausgeschöpft wird dabei auch die eigene Sparfähigkeit, so die aktuelle Umfrage zum Sparverhalten der Bundesbürger 2013. Dennoch liegt dieser mit 87 Prozent immer noch auf einem Niveau, das als hoch zu bezeichnen ist.

Ob diese Zahl jedoch weiter so hoch bleiben wird? Dies wird sich im weiteren Verlauf der Niedrigzinsphase zeigen müssen. Sollte der Leitzins auch 2014 weiter so niedrig bleiben und damit das durchschnittliche Zinsniveau möglicherweise noch weiter sinken, könnte eine weitere Abkehr der Sparer von ihrer Sparneigung erfolgen. Bereits seit einiger Weile macht sich ein Anstieg der Konsumneigung gegenläufig zum Sinken der Sparneigung bemerkbar. Sollten die Kreditzinsen weiter niedrig bleiben und die Sparzinsen noch weiter sinken, dürfte sich dies noch weiter Richtung Konsum, vor allem auch durch Konsum auf Pump zu Ungunsten der Sparneigung verschieben.

Umfrage 2013 von TNS-Infratest im Auftrag des BVR zum Sparverhalten der Bundesbürger © Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken