Hohe Unterschiede bei den Renten im Westen und Osten Deutschlands

Donnerstag den 18.04.2013

Zum 1. Juli dieses Jahres wird es eine Erhöhung der Renten geben. Dies gab Bundessozialministerin von der Leyen bereits vor einigen Wochen bekannt, gestern hat das Bundeskabinett die Änderung in Sachen Altersruhegelt beschlossen. Und die Bürger sind, zu Recht wohl, verärgert, denn es gibt hohe Unterschiede im Westen und Osten Deutschlands, was für einen großen Teil der deutschen Rentner einen großen Kaufkraftverlust bedeutet.

Für den Osten Deutschlands hat das Bundeskabinett eine Erhöhung der Renten um 3,29 Prozent beschlossen, für West-Rentner steigen die Renten hingegen nur um 0,25 Prozent. Bereits jetzt zeigen sich viele Senioren merklich entrüstet über die große Schere, die zwischen den beiden Erhöhungen des Altersruhegeldes.

Bereits im März verteidigte Ursula von der Leyen die sich so sehr unterschiedliche Erhöhung der Altersruhegelder in Ost und West: "In Deutschland hat sich über Jahrzehnte bewährt, dass die Rente den Löhnen folgt. Steigen die Einkommen für die arbeitende Generation, dann haben auch die Rentnerinnen und Rentner etwas davon. Das für die kommende Anpassung entscheidende Lohnplus war im Osten merklich höher als im Westen."

Höhere Rente und Inflationsrate kosten West-Rentner Kaufkraft

Die Inflationsrate lag im März 2013 auf 1,40 Prozent, nach einer bereits im Februar auf nur noch 1,50 Prozent gesunkenen Preissteigerungsrate. Dank gesunkener Preise für Rohöl dürfte es zu einer weiteren Entspannung bei den Preisen für Heizöl, Kraftstoffen und Gas kommen, bei den Strompreisen hingegen geht der Trend zu weiter steigenden Preisen. Für das kommende Jahr wird von Experten jedoch wieder ein Anstieg der Verbraucherpreise erwartet auf bis zu 2,00 Prozent. Als Grund werden die steigenden Mieten benannt, die inzwischen merklich anziehen und gerade bei Neuvermietungen zum Teil drastisch ansteigen. Und auch ein weiterer Anstieg der Lebensmittelpreise ist in den kommenden Monaten nicht unwahrscheinlich. Der lange Winter könnte zu Ernteausfällen führen, die mitunter durchaus auf die Preise aufgeschlagen werden könnten.

Die niedrige Erhöhung der Renten im Westen führt deshalb erneut zu einem deutlichen Kaufkraftverlust. Zwischen einer Inflationsrate von 1,40 Prozent und einer höheren Rente von nur 0,25 Prozent liegen immerhin 115 Basispunkte bzw. 1,15 Prozent, die Rentner zahlen so ab 1. Juli drauf, obwohl sie eigentlich mehr Rente erhalten.

Ohne Private Altersvorsorge geht es nicht mehr

Die magere Erhöhung der Renten im Westen zeigt die wachsende Bedeutung der privaten Altersvorsorge auf. Ohne eine Absicherung für das Alter neben der gesetzlichen Rentenversicherung werden immer wieder Rentner in die Röhre schauen müssen, wenn es um die Erhöhung der Renten geht. An Riester Rente, Rürup Rente und Co. wird deshalb der kaum mehr vorbeikommen, der für sein Alter seinen heutigen Lebensstandard wenigsten einigermaßen erhalten möchte. Im Kampf gegen die Altersarmut, der ja angeblich geführt wird, ist eine solch niedrige Erhöhung der Altersruhegelder im Rahmen der Gesetzlichen Rentenversicherung zudem sicher das falsche Signal.