Betriebsrenten in Gefahr? Altersvorsorge auf mehrere Beine stellen

Freitag den 24.08.2012

Sie sind beliebt bei Arbeitnehmern, könnten jedoch für eine Milliardenlast für Deutschlands Unternehmen werden: die Betriebsrente. Während in Zeiten hoher Zinsen eine gute Rendite erwirtschaftet werden kann, bringen die niedrigen Geldmarktzinsen die Unternehmen immer mehr in die Bredouille. Sind die Betriebsrenten hierzulande in Gefahr, oder wird sich das Blatt wieder wenden, dies ist eine der wichtigen Fragen, die sich im Moment stellt. Und sie zeigt zugleich, wie wichtig es für Arbeitnehmer ist, sich nicht nur auf die Betriebsrente als Altersvorsorge zu verlassen, sondern die Vorsorge für das Rentenalter auf mehrere Beine zu stellen.

Die Vereinbarungen in der Betriebsrente sind von den Unternehmen garantiert, diese werden jedoch möglicherweise in den kommenden Jahren und Jahrzehnten unter einer massiven Zahllast zu leiden haben. Die zugesagte Betriebsrente muss gezahlt werden, egal wie viel Rendite letztlich erwirtschaftet wird mit den Einzahlungen. Die Deckungslücke wächst mit der Eurokrise an, wie aktuelle Berechnungen von Towers Watson aufzeigen. Das  Kapital, das für die Betriebsrente bereitsteht, und das, was an Verpflichtungen auf die Unternehmen zukommt, geht damit immer mehr in eine Schere, die Deckungslücke beträgt mittlerweile 107 Milliarden Euro.

Dennoch sind die Betriebsrenten laut Expertenaussagen sicher, auch wenn die Unternehmen durch die Deckungslücke gezwungen sind, selbst Geld nachzuschießen. Denn das §1 des Betriebsrentengesetzes besagt, dass es bei der Betriebsrente keine Abzüge und keine Abstriche geben darf, der Arbeitgeber hält damit das Haftungsrisiko für die Betriebsrente. Es liegt damit in der Hand der Unternehmen, die Deckungslücke in der Betriebsrente selbst zu schließen. Ob dies in der Realität dann auch umsetzbar ist, werden die kommenden Jahre zeigen müssen.

Doch selbst wenn die Betriebsrenten eines Tages im vollen Umfang ausgezahlt werden, ist es empfehlenswert, sich nicht nur auf eine Form der Altersvorsorge zu verlassen, sondern auf verschiedenen Wegen Geld für das Alter zu sparen. Beispielsweise durch den Abschluss einer Riester-Rente und / oder eine Anlage in Sachwerte wie Immobilien und Aktien.