Wie viel Rendite muss die Riester-Rente wirklich bringen?

Freitag den 17.08.2012

In einer Zeit der wachsenden Altersarmut und der immer weniger werdenden Einzahler in die Gesetzliche Rentenversicherung wird es zunehmend wichtiger, auch im privaten Bereich eine Altersvorsorge zu betreiben. Das sich verlassen auf den Staat und eine sichere Rente sind möglicherweise Auslaufmodelle aus früheren Zeiten. Doch wie sorge ich richtig vor, und wie viel Rendite muss die Riester-Rente wirklich bringen?

Für viele Verbraucher stellt die Riester-Rente nach wie vor ein Renditesparen dar. Das heißt: sie zahlen in einen Altersvorsorge-Vertrag ein und bekommen dafür kräftig Zinsen. Doch dies könnte durchaus ein Trugschluss sein, denn als eine Sparform, die Rendite abwirft, war die Riester-Rente wohl von vorneherein nicht gedacht.  Dies macht auch der Namensgeber der Riester-Rente, Walter Riester, in einem aktuellen Interview deutlich, in dem er darauf eingeht, dass die Riester-Rente an sich keine Rendite abwerfen muss, sondern zur Absicherung der Ersparnisse für das Alter dienen soll. Das bedeutet letztlich: bei der durch den Staat geförderten Altersvorsorge kommt es nicht auf den Zinsertrag an, sondern nur darauf, dass das Geld sicher angelegt ist.

Walter Riester zur Kritik, dann könne man jedoch statt der Riester-Rente gleich einen Sparstrumpf nehmen: "Der Vergleich mit dem Sparstrumpf ist falsch und albern. Eine verführerische und schlimme Argumentation.  Eine Rente ist etwas völlig anderes als ein Sparstrumpf. Eine Leibrente kann man grundsätzlich nicht mit Renditesparen vergleichen. Der Fokus liegt nicht auf hohen Zinsen, sondern auf einer Absicherung gegen das Risiko im Alter kein Geld mehr zu haben.". (Quelle: Handelsblatt)

Riester will damit die Kritik von der Riester-Rente nehmen, bestätigt sie aber irgendwie auch. Bei aller Werbung, auch von Staates Seite, für die Riester-Rente können wir uns nicht daran erinnern, auch nur einmal das Wort „Leibrente“ gehört oder gelesen zu haben. Damit werden die Riester-Renten Verträge in Frage gestellt, die außer einem Verdienst für die Anbieter kaum etwas bringen. Ist Rendite in Deutschland damit zu einem Auslaufmodell geworden? Man mag es meinen, auch angesichts der inzwischen teilweise sogar negativ verzinsten Bundesanleihen.