Geld per Crowdinvesting anlegen: Im schlimmsten Falle droht der Totalverlust

Dienstag den 4.03.2014

Geld anlegen, anders als andere. Die Zinsen für Spareinlagen sind niedrig, Aktien interessieren viele Anleger nicht und so begeben sich immer mehr Verbraucher auf die Suche nach neuen Anlagemöglichkeiten – und stoßen dabei auch auf das Crowdinvesting.

Natürlich zieht so etwas, weil es anders ist und die Anleger glauben, auf wirklich wichtige Dinge zu setzen. Doch Verbraucherschützer warnen zugleich auch davor, dass es beim Crowdinvesting nur unzureichende Risiko-Hinweise gibt, wie die Verbraucherzentrale NRW aktuell anmerkt.

Beim Crowdinvesting kann ein Totalverlust drohen

Wie die Verbraucherzentrale NRW heute dazu in einer Presseerklärung schreibt: „Beim Crowdinvesting gehen Anleger in der Regel eine unternehmerische Beteiligung ein – mit allen Chancen und Risiken. Deshalb sollten nur so viele Euros eingesetzt werden, dass ein Totalverlust des investierten Geldes problemlos zu verkraften ist.“

Irgendwie läuten da dann doch ein wenig die Glocken, zumindest wenn man immer wieder auch die Nachrichten im Bereich Geldanlage verfolgt. Auch beim Windparkfinanzierer Prokon war dies der Fall. Hier kauften sich Anleger Genussrechte und gaben dem Unternehmen damit Genussrechtkapital. Inzwischen hat Prokon Insolvenz angemeldet, weil es nicht mehr in der Lage war, die gekündigten Anteile auszuzahlen.

Auch beim Crowdinvesting drohen solche Verluste. Wer solche Anteile kauft, kann hinterher nicht sagen: aber es wurde doch gesagt, die Spareinlagen seien sicher. Ja, das sind sich auch, bis zur Höhe der Gesetzlichen Einlagensicherung. Nur: für Unternehmensbeteiligungen gilt das Sicherungsrecht für Einlagen nun einmal nicht.

Anleger kommen vor Laufzeitende meist nicht an ihr Geld

Doch das Problem bei Crowdinvesting ist nicht nur die Möglichkeit, dass es zu Verlusten, und im schlimmsten Falle zu einem Totalverlust der angelegten Gelder führen kann. Ebenso wichtig ist die Tatsache, dass die Laufzeit der Anlage mitunter einige Jahre beträgt oder aber erst nach einigen Jahren der Ausstieg auf der Anlage selbst möglich ist. Das bedeutet für die Anleger, dass es in vielen Fällen gar nicht möglich ist, vor dem Ende der Laufzeit an das angelegte Geld zu kommen.

Für Anleger, die auf Crowdinvesting setzen, weil sie es satt haben, ihr Geld zu Banken zu tragen, ist es deshalb wichtig, sich vorab klar zu machen, dass sie auf diese Weise nur solche Beträge investieren sollten, die sie sonst nicht benötigen. Geld, das auf die hohe Kante gelegt werden soll, eignet sich für diese Art von Geldanlage überhaupt nicht, wegen der schlechten bis gar nicht möglichen Verfügbarkeit vor Laufzeitende und zugleich auch wegen dem oben bereits angeführten Risiko des Totalverlustes.

Fazit:

Wer sein Geld mittels Crowdinvesting unter die Leute bringen möchte, sollte darauf achten, wie die Anlage selbst beschrieben wird und ob es beispielsweise ein richtiges Prospekt oder zumindest eine Broschüre gibt, in der die Risiken des jeweiligen Investments klar aufgeführt sind. Auch bei den Crowdinvesting-Plattformen sollte vor der Anlage genauer hingesehen werden. Wie offen wird dabei mit dem möglichen Risiko umgegangen oder fehlen solche Hinweise gar und es wird nur das bunte vom Himmel gemalt, um den Anlegern das Investment schmackhaft zu machen.

Crowdinvesting kann eine spannende Sache sein, ohne Frage. Nur sollten die Anleger die gegebenen Risiko-Hinweise beherzigen, oder aber ihr Geld erst gar nicht in ein bestimmtes Projekt stecken, wenn solche Hinweise auf das mögliche Risiko des Investments ganz fehlen.