Die türkische Lira vor dem Scheideweg?

Mittwoch den 29.01.2014

Vielen von uns sind die Unruhen in der Türkei, die blutig niedergeschlagen wurden, noch vor Augen. Damit begann er, der Verfall einer aufstrebenden Wirtschaftsnation. Inzwischen steht die türkische Lira vor dem Währungsverfall – was zu einer spektakulären Entscheidung der Notenbank des Landes führte: der Leitzins wurde auf 10 Prozent angehoben.

Elf Tage in Folge war die Lira im freien Fall, dann schritt die Notenbank ein und erhöhte den Leitzins um 5,5 Prozent. Bislang hatte dieser auf 4,5 Prozent gelegen, dieser drastische Schritt soll nun verhindern, dass die Währung der Türkei noch weiter fällt.

Doch wird dies wirklich mittelfristig helfen? Oder wird dies nicht eher ein Tropfen auf den heißen Stein sein, der sich so schnell verflüchtigt, wie er kam? Die Türkei steht vor dem Scheideweg, um das Land wirklich retten zu können, bedarf es sicher noch weit anderer Maßnahmen als nur eine Erhöhung des Leitzinssatzes.

Die blutige Zerschlagung der Unruhen einer neuen Generation von Türkinnen und Türken auf Anweisung des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdogan hat zu einem starken Vertrauensverlust innerhalb des Landes wie auch außerhalb geführt. Ausländische Investoren, die zuvor ihr Glück in der Türkei gesucht, und auch gefunden hatten, zogen sich aus dem Land, dessen Sicherheit zunehmend gefährdeter wurde zurück.

Erdogan, einst als Retter seines Landes gefeiert, musste sich plötzlich der Realität gegenübersehen, dass im 21. Jahrhundert nicht die Staatschefs gefeiert werden, die mit harter Hand regieren, sondern jene, die mit Bedacht und Voraussicht handeln. Auch mit wirtschaftlicher Voraussicht in einer Zeit, in der die globale Wirtschaft immer wichtiger wird gerade auch für Schwellenländer wie die Türkei. Brutale Alleingänge gegen das eigene Volk sind zwar auch heute noch gang und gäbe in einigen Staaten, doch jedes Land, das solch ein Vorgehen stützt und zulässt, wird zunehmend isolierter werden. Dies zeigt sich bereits in China, einem Land, das seine eigene Gangart gepflegt hat und dann irgendwann doch merken musste, dass der Westen nur in großem Stile zu investieren beginnt, wenn die Menschenrechte nach und nach mehr geachtet werden. Zwar hat die Volksrepublik noch einen weiten Weg vor sich, doch es geht nach vorne – während die Rückschritte in der Türkei immer offensichtlicher werden.

Es wird sich jetzt zeigen müssen, ob die türkische Lira nun gerettet werden kann, oder ob es in den kommenden Tagen, Wochen oder Monaten weitergehen wird mit dem Absturz der Währung. Interessant dürfte jedoch angesichts der starken Erhöhung des Leitzinssatzes in der Türkei sein, ob türkische Banken dies aufgreifen und vermehrt damit beginnen werden, im Ausland Sparkonten wie Tagesgeld und Festgeld mit hohen Zinsen anzubieten. Dies dürfte dann durchaus spannend werden. 

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