Braucht Deutschland ein staatliches Verbot von riskanten Finanzprodukten?

Freitag den 24.01.2014

Prokon, Prokon, Prokon. Dieser Tage liest man, neben den seltsamen Gebaren des ADAC, kaum etwas Anderes mehr in den deutschen Gazetten. Die einen reden sich die Prokon-Welt schön, die anderen haben es schon eine Weile kommen sehen, dass das Ganze nur einen Weg kannte: den Untergang. Nun kommt der nächste Punkt auf: der Staat soll riskante Finanzprodukten verbieten, damit Kleinanleger nicht mehr auf die Nase fallen. Dabei soll reguliert werden, was vielleicht gar nicht regulierbar ist – und vielleicht auch nicht reguliert werden sollte.

Geldanlage hat immer auch davon gelebt, dass es riskante und sogar hochriskante Anlagearten gab. Wer sein Geld sicher anlegen möchte, der hat bestimmte Anlageformen wie das Tagesgeld, das Festgeld, verschiedene Sparbriefe und natürlich auch das gute alte Sparbuch zur Auswahl. Wer hingegen mit Risiko anlegen möchte, der hat eine Vielzahl verschiedener Möglichkeiten, und kann von geringem Risiko bis hochriskant verschiedene Spielarten der Geldanlage für sich nutzen.

Dies ist schon lange bekannt, der andere oder andere hat damit ein Vermögen gemacht, der andere sein Vermögen verloren. Jetzt ein staatliches Verbot solcher riskanter Anlageprodukte zu fordern – oder gar durchzusetzen, wäre ein fatales Zeichen und eine Regulierung der unguten Weise. Viel wichtiger wäre es, gezielter auf Anlegerinformationen zu setzen und beispielsweise zu untersagen, dass Genussrechte, wie Prokon sie mit vollmundiger Werbung an den Mann und die Frau gebracht hat, nicht als Alternative zum Festgeld beschrieben und so auch verkauft werden dürfen.

Ein komplettes Verbot indes wäre völliger Unsinn, da letztlich jeder Anleger selbst wissen müsste, wo und wie er sein Geld anlegt. Eine staatliche Zäsur wäre hingegen gerade für die Mündigkeit von Kleinanleger völlig kontraproduktiv. Letztlich geht es darum, dass jeder selbst wissen muss, wo und wie er sein Geld anlegt und sich auch entsprechend über die Risiken seiner Anlage informiert, bevor er Geld dort hinsteckt. Ein Verbot jedoch würde einer Art Zensur gleichkommen, in der den Anlegern die Freiheit genommen wird, sich für bestimmte Anlagearten zu entscheiden, oder aber eben dagegen.

Die Lehre aus der Prokon-Insolvenz müsste indes eher lauten, dass solche Unternehmen mehr als bisher gezielt über die jeweilige Anlageart informieren müssen und über ihre Risiken. Und dass klargestellt wird, dass es eben keine Einlagensicherung gibt, die für solche riskanten Anlageprodukte herhält, auch wenn den Anlegern genau dies signalisiert werden, wenn ein solches Finanzprodukt als „Alternative zum Festgeld“ oder Ähnlichem beworben wird.