Prokon: Die ungewisse Zukunft

Dienstag den 21.01.2014

Bis gestern Abend 18:30 Uhr hatten die Inhaber von Genussrechten des Windparkfinanzierers Prokon Zeit, sich zu entscheiden: wollten sie ihre Genussrechte erhalten, wollten sie die ausgesprochenen Kündigungen zurückzunehmen oder gar ihre Anteile am Genussrechtkapital erhöhen. In den letzten Tagen hatte Prokon an die Anleger appelliert, die Kündigungen zurückzunehmen. Doch all das nützte nichts, nur 39.207 Inhaber von Genussrechten entschieden sich dazu, ihr Kapital am Unternehmen zu halten oder zu erhöhen oder aber die bereits erfolgten Kündigungen zurückzunehmen.

Mehr als 75.000 Anleger halten die Genussrechte von Prokon, was bedeutet, dass sich nur etwa 52 Prozent für einen Verbleib des eigenen Geldes als Genussrechtkapital entschieden haben. 48 Prozent hingegen wollen das sinkende Boot verlassen. Die 39.207 Inhaber von Genussrechten halten insgesamt ein Genussrechtkapital von mehr als 757 Millionen Euro, was jedoch bei weitem nicht reicht, um das Unternehmen halten bzw. eine Planinsolvenz durchführen und damit Prokon retten zu können. Dafür hätten 95 Prozent des Genussrechtskapitals in Höhe von 1,4 Milliarden Euro im Unternehmen verbleiben müssen, doch damit ist man nun doch sehr weit entfernt.

Update: Inzwischen hat Prokon die Gangart mit bis zum 20. Januar gemeldet, geändert und fordert ihre Anleger auch weiterhin auf ihre Stimme abzugeben. Den neuesten Zahlen nach haben sich laut eigener Aussage von Prokon 40.236 Inhaber von Genussrechten dazu entschieden, ihre Genussrechte zu halten. Insgesamt wird damit Genussrechtskapital von 778.894.186,34 Euro im Unternehmen verbleiben können. Der Stand entspricht dem 21. Januar 2014, 13 Uhr.

Wie es nun jedoch mit dem Unternehmen weitergehen soll, ist mehr als unklar. Bislang sieht nicht wirklich etwas danach, als könnte die Insolvenz von Prokon noch wirklich abgewendet werden. Dennoch gibt es immer noch zahlreiche Befürworter des Windparkfinanzierers, wie auch ein aktuelles Interview im „Handelsblatt“ zeigt, in dem sich Wolfgang Siegel, einer der Gründer von „Freunde von Prokon“ zu Wort meldet.

Es wird also abzuwarten bleiben, wie es nun weitergeht mit Prokon. Werden sich die Befürworter durchsetzen mit ihren Wünschen? Kann das Unternehmen gerettet werden? Oder wird es mit fliegenden Fahnen in die Insolvenz rauschen und vielleicht bald ganz Geschichte sein? Wir bleiben an diesem wichtigen Thema natürlich dran und hoffen, es geht am Ende dann doch noch irgendwie gut aus für die Anleger!

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