Ausstieg der FED aus der Politik des billigen Geldes

Donnerstag den 8.08.2013

Die Zeit der Staatsanleihen-Käufe seitens der US-Notenbank Federal Reserve könnte bald ihr Ende findet, die Zeichen mehren sich, dass die FED wohl doch früher als gedacht aus der Politik des billigen Geldes aussteigen könnte.

Nun hat sich auch noch der Zentralbankchef von Richmond und zugleich Mitglied im geldpolitischen Ausschuss der Federal Reserve zu Wort gemeldet. Jeffrey Lacker fordert laut den Ausstieg der FED aus den Anleihekäufen und macht dies in einem Interview mit dem Magazin "Wirtschaftswoche" deutlich: "Wir müssen den Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm zügig umsetzen. Die Inflation ist noch recht niedrig. Die Arbeitslosenquote in den USA ist schneller gesunken, als wir erwartet haben. Sie dürfen nicht nur die vergangenen Wochen im Blick haben, sondern den Zeitraum von September bis heute."

Derzeit kauft die Notenbank der USA immer noch Anleihen im Volumen von 85 Milliarden Dollar monatlich, um die eigene Konjunktur zu stützen. Doch die Sichtweise, ob es diese Geldpolitik war, welche die Wirtschaft langsam wieder angekurbelt hat, ist nach wie vor unter Notenbankern wie unter Konjunkturexperten umstritten. Lacker selbst glaubt, dass die "quantitativen Lockerungsprogramme" der Federal Reserve nur wenig bewirkt haben. Er stellt sich damit zugleich gegen den Optimismus seiner Notenbank-Kollegen der FED, die eine andere Meinung als er selbst vertreten.

Bereits jetzt ist jedoch zu befürchten, egal wann der Zeitpunkt nun kommt, dass sich die US-Notenbank von der Politik des billigen Geldes verabschieden wird, dass es zu einem mehr oder minder schweren Beben an den weltweiten Börsen kommen wird. Bereits in den letzten Jahren – und vor allem in den letzten Monaten – hat sich gezeigt, wie sehr sich die Finanzmärkte in der ganzen Welt von den Entscheidungen der jeweiligen großen Notenbanken beeinflussen lassen. Sei es die FED, sei es die EZB, sei es die Notenbank in Japan oder andere wichtige Notenbanken, immer wenn es zu einem weiteren Einstieg in das billige Geld kam oder andererseits der Ausstieg aus genau dieser Politik immer näher zu rücken schienen, steigen oder sanken die Börsenkurse rasant – und rauschten entweder zu neuen Höhen oder ganz massiv ab.

Für Anleger ist es deshalb immer wichtiger, nicht nur die eigenen Anlageinteressen zu beachten, wenn es um die Geldanlage geht, sondern sich auch vermehrt zu informieren und auf dem Laufenden zu halten, was die Entscheidungen der Notenbank und die Aussagen der verschiedenen Direktoriums- und Ratsmitglieder angeht. Dies können jeweils deutliche Signale dafür sein, wo die Reise hingeht bei den Aktienmärkten der Welt, nach oben wie nach unten.

Autorin: Christel Weiher