Geld in Aktien anlegen – aber wie funktioniert das eigentlich?

Montag den 25.03.2013

In den vergangenen Monaten wurde immer deutlicher: wer eine wirkliche Rendite deutlich über der Inflationsrate erhalten möchte für seine Ersparnisse, der ist mit Tagesgeld wie Festgeld, mit Sparbüchern sowieso und auch mit Bundesanleihen aufgrund der niedrigen Zinsen eher schlecht bedient. Angesichts der hohen Rendite in 2012, die mit Aktienanlagen erwirtschaftet werden konnten, fragen sich viele Sparer, wie das eigentlich funktioniert mit dem Geld in Aktien anlegen und was dabei zu beachten ist.

Des Themas hat sich deshalb auch der Bundesverband deutscher Banken angenommen, der 10 Regeln zur Aktienanlage erstellt hat, die für Anleger durchaus eine hilfreiche Ersteinführung in Sachen Geldanlage in Aktien darstellen könnte.

Wichtig sind bei der Aktienanlage immer mehrere Punkte, anders als das Tagesgeld beispielsweise stellen Aktien grundsätzlich immer auch eine Risikoanlage dar. Gleich ist hingegen, dass für beide Anlagearten Abgeltungssteuer fällig wird. Vor allem sollte nur das Geld in Aktien angelegt werden, das sonst nicht zur Verfügung stehen muss. Aktienkauf mit Geld, das möglicherweise kurzfristig wieder benötigt werden könnte, bedeutet immer auch das Risiko eines hohen Verlustes, wenn zur Unzeit verkauft werden muss. Die Anlage ist Aktien ist, wenn nicht bei hohem Gewinn absichtlich verkauft wird, immer auch eine Geldanlage, die auf lange Sicht angelegt ist und deshalb auch nicht kurzfristig ausgelegt sein sollte, wie es beispielsweise beim Tagesgeld der Fall ist.

Ebenfalls wichtig ist es bei der Aktienanlage, immer auch eine breite Streuung vorzunehmen und nicht alles auf ein Pferd zu setzen. Ebenfalls wichtig ist es, Wertpapiere verschiedener Zweige der Wirtschaft zu erwerben und beispielsweise nicht nur auf Wertpapiere von Autoherstellern oder Energieversorgern zu setzen. Dies mindert zugleich das Risiko des Verlusts. Als jüngstes Beispiel kann hier die Solarbranche angesehen werden, die als sehr zukunftsträchtig galt und bei der es mittlerweile eine Pleite nach der anderen gab, die auch die Aktienpapiere der Unternehmen in den Verlust getrieben haben. Eine simple Methode, das Risiko von Einzelpositionen zu verringern, ist der Kauf von Anteilen eines Aktienfonds anstelle einzelner Aktien.

Die Kosten für das Depot und für das Traden spielen auch eine wichtige Rolle. Für den Handel mit Aktien entstehen Kosten, auch die Mindestgebühren sollten hierbei beachtet werden. Hier empfiehlt auch der Bankenverband den Vergleich von Depotkosten.

Aktienfonds statt Einzelaktien. Wer nur geringe Beträge in Aktien anlegen möchte, fährt mit Fonds mitunter besser als mit dem vergleichsweise teureren Erwerb von Einzelaktien. Wichtig ist aber auch hier die breite Streuung des angelegten Geldes, selbst wenn es sich nur um Kleinbeträge handelt. Aber auch hier sollte darauf geachtet werden, welche Fonds welche Einzelpapiere enthalten. Wer zum Beispiel sein Geld nachhaltig anlegen möchte, sollte nicht in Fonds investieren, die Aktien von Waffenunternehmen und oder in die Atomindustrie involvierte Unternehmen enthalten. Dies ist einem Fonds nicht immer auf den ersten Blick anzusehen, da auch grüne Geldanlagen leider nicht immer so grün sind, wie es manchmal scheint. Deshalb ist es wichtig, sich zu informieren und nicht nur auf den schönen Schein zu schauen.

Aktien sollten nicht auf Kredit gekauft werden. Dies gilt generell und für alle Anlagearten. Wer Geld auf Pump anlegt und sich dann auch noch verspekuliert, der verliert doppelt und ist am Ende möglicherweise auch noch die beliehene Sicherheit, wie beispielsweise das Eigenheim, los. Geld in Aktien sollte nur dann investiert werden, wenn es nicht benötigt wird und es sozusagen „über“ ist. Einen Kredit aufzunehmen, um Geld wo auch immer anzulegen, ist immer einer schlechte Idee, da dies schneller als gedacht von einer Verschuldung in eine Überschuldung führen kann. Außerdem hat dies was von Zockerei, da es sich dabei um keine Geldanlage im eigentlichen Sinne handelt. Man zockt mit dem Geld, das man als Kredit erhält und legt nicht Geld an, das man über hat. Darüber sollte man sich Gedanken machen, bevor ein solcher Kredit für die Anlage in was auch immer aufgenommen wird.

Ein ebenfalls wichtiger Punkt ist die Risikobereitschaft des Anlegers. Wer ein hohes Risiko sucht, der kann auch alles verlieren. Dies sollte man durchaus nüchtern betrachten. Deshalb gilt: nicht mehr Geld anlegen, als man als Verlust auch wegstecken könnte, weil man es sonst nicht braucht. Natürlich gehören Aktien nach wie vor in jedes Depot, das breit gestreut ist, dies auch schon als Sachwerte mit Inflationsschutz. Dennoch sollte nie zu viel in Aktien angelegt werden. Die Empfehlungen hierzu sind sehr unterschiedlich und hängen auch von der Risikobereitschaft des Anlegers wie auch von anderen Faktoren ab wie Größe des Vermögens etc.

„Hin und her macht Taschen leer.“, schreibt der Bundesverband deutscher Banken in seinen Grundregeln zur Aktienanlage. Dies bedeutet, sich nicht durch aktuelle News und tagesaktuelle Ereignisse beirren und verwirren zu lassen. Ständig zu kaufen und wieder zu verkaufen bedeutet meist eher Verlust, denn eine solide Geldanlage. Deshalb die Empfehlung des BdB: „Gute Aktien ruhig liegen lassen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen, wie wir finden.

Finger weg von "todsicheren Tipps". Immer wieder geistern sie durch die Gegend, die Anlagetipps, bei denen es eine zweistellige Rendite geben soll oder mehr. Damit kann man sich letztlich meist nur die Finger verbrennen. Denn: niemand kann die zukünftige Entwicklung einer Anlageart prognostizieren. Dies zeigt sich im Moment vor allem beim Goldpreis, der sich anstatt in Richtung 2.000 Dollar derzeit nur noch um die 1.600 Dollar bewegt. Und es zeigt sich bei den inzwischen wertlosen Aktien der in die Pleite gegangenen Unternehmen in der Solarbranche, die einstmals so boomte und dann in eine regelrechte Abwärtsspirale fiel. Wichtig ist es immer, sich genau zu informieren, sich seriöse Quellen zu suchen und bei Risikoanlagen, wie es Aktien nun mal sind, nicht auf eine angeblich sichere Rendite zu achten. Denn die gibt es bei Wertpapieren NICHT!

Wer auf seinen Aktien kleben bleibt, der wird auch keine Gewinne erzielen. In den 10 Grundregeln zur Aktienanlage schreibt der Bankenverband deshalb auch: "Nach einem guten Kursverlauf sollte man Aktien auch mal verkaufen, um Gewinne zu sichern." Nur die Gewinne sind auch tatsächlich eine Rendite, dies sollte dabei nicht vergessen werden.