Gold

Gold gilt seit jeher als sicherer Hafen für alle Anleger, die dem Verlust der Kaufkraft ihrer Ersparnisse durch die Inflation entfliehen möchten. Im Grunde genommen handelt es sich beim Kauf von Gold nicht um eine Geldanlage im eigentlichen Sinne, da das Edelmetall keine Rendite abwirft. Auch verbrauchende Abnehmer (z. B. Industrieunternehmen) gibt es in diesem Bereich kaum. Dafür ist Gold insbesondere in Ländern wie China oder Indien derzeit hoch nachgefragt, also in Ländern, in denen traditionell Schmuck in großen Mengen hergestellt wird.

Wie alle Rohstoffe unterliegt auch Gold dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. In der Vergangenheit hat sich vielfach gezeigt: Gerade in Krisenzeiten erlebt Gold regelmäßig Höhenflüge. So haben in der Finanzkrise unzählige Anleger ihr Vertrauen in das Papiergeld verloren und in der Folge Gold erworben, um dem gefürchteten Kaufkraftverlust ein Schnippchen zu schlagen.

Dazu muss man wissen: Die Entwicklung des Goldpreises steht in einem engen Zusammenhang mit der Inflationserwartung. So stieg der Goldpreis beispielsweise stark an, als die US-Notenbank Federal Reserve damit begann, ihren Kurs der Niedrigzinspolitik zu fahren. Des Weiteren hängt der Goldpreis stark mit der Kursentwicklung des US-Dollar zusammen, was dem Anleger stets ein gewisses Währungsrisiko beschert.

So bestimmen Sie den Wert Ihres Goldes

Der Goldpreis wird traditionell in US-Dollar notiert. Wer den aktuellen Wert seines Goldbestandes in Euro bestimmen möchte, muss dazu also den derzeitigen Wechselkurs EUR/USD heranziehen. Das Gewicht von Gold wird dabei in Feinunzen angegeben, wobei eine Feinunze exakt 31,1 g entspricht.

Diese Kosten entstehen beim Kauf von Gold

Beim Ankauf von Gold in physischer Form entstehen Kosten durch entsprechende Aufschläge. Die Aufschlagshöhe kann dabei zwischen 2,5 und 10 Prozent liegen. Wie hoch sie im Einzelfall ausfällt, hängt von der Menge und Einheit des gekauften Goldes ab. Bei kleinen Einheiten (z. B. Münzen oder kleine Barren) fallen die Aufschläge besonders hoch aus.

Gilt die alte Regel noch, 10 Prozent seines Geldes in Gold anzulegen?

Früher empfohlen Vermögensberater ihren Kunden immer wieder gern, generell zehn Prozent des Gesamtvermögens in Form von Gold anzulegen. Experten können heute diese alte Weisheit allerdings nicht mehr mit gutem Gewissen unterschreiben. Schließlich ist der Anleger bei der Investition in Gold immer auf den Kursgewinnen angewiesen, da das Edelmetall keine Zinserträge bringt. Es handelt sich somit grundsätzlich um eine hochspekulative Anlage, die der Anleger lediglich als Ergänzung seines Gesamtinvestments betrachten sollte. Weiterhin wird derzeit häufig empfohlen, statt auf physisches Gold in Form von Goldbarren, Münzen etc. eher auf mit Edelmetall unterlegte Wertpapiere zu setzen. Diese gibt es beispielsweise in Form von Gold-Zertifikaten oder Gold-ETFs. Auch das sogenannte Metallkonto oder die Goldminenaktie können lohnende Investments sein, ohne dass dafür Gold in physischer Form erworben werden muss.

"Papiergold: Eine echte Alternative?"

Als Papiergold bezeichnet man verbriefte Rechte in Form von Wertpapieren, die sich auf Gold als Basiswert beziehen. Dies können beispielsweise Goldzertifikate, Goldfonds und Gold-ETFs sein. Allen gemeinsam ist, dass sie sich mehr oder weniger stark an den Preisschwankungen des Goldes orientieren. Teilweise wird der Goldkurs sogar 1:1 nachgebildet, etwa bei Goldindexfonds.

Für Anleger empfehlen sich insbesondere die sogenannten Endloszertifikate, bei denen es kein festgelegtes Ende der Laufzeit gibt und der Anleger somit auch kein neues Zertifikat erwerben muss. Allerdings bergen auch Goldzertifikate einige Risiken. Da ist zum einen das Währungsrisiko, da der Goldpreis in Dollar notiert wird. Außerdem darf das Emittentenrisiko nicht außer Acht gelassen werden, das wissen die Anleger spätestens seit der furiosen Pleite der Lehman Brothers Investmentbank. Sollte der Emittent also pleite gehen, muss der Anleger mit einem Totalverlust seines Kapitals rechnen.

Tipp: Das Xetra Gold Zertifikat

Unter diesem Titel Xetra Gold hat die Deutsche Börse Commodities GmbH ein mit Gold hinterlegtes Zertifikat ausgegeben. Es ist ein thesaurierendes und in Euro mit Open-End-Fälligkeit ausgegebenes Zertifikat. Hierbei kann sich der Anleger seinen Anteil nach Wunsch in physischem Gold liefern lassen. Mit dem Anlegerkapital wird also Gold in physischer Form gekauft und dieses hinterlegt, lediglich 5-10 % sind sogenanntes Buchgold.

Tatsächlich nehmen aber nur sehr wenige Anleger diese Möglichkeit wahr. Grund dafür sind vor allem die hohen Kosten, welche durch das Handling des Goldes entstehen. Die Auszahlung lohnt sich somit nur bei sehr hohen Anlagesummen. Zudem muss der Anleger im Anschluss wiederum selbst dafür sorgen, das Gold sicher und fachgerecht zu lagern bzw. lagern zu lassen. Nichtsdestotrotz ist es für die meisten Anleger ein beruhigender Gedanke, sich jederzeit ihr Kapital in Form von Gold auszahlen lassen zu können.

Weitere Edelmetalle als Kapitalanlageobjekte

Neben Gold kann auch eine Investition in Silber, Platin oder Palladium durchaus lohnend sein. Diese vier Edelmetalle sind die mit Abstand wichtigsten auf den internationalen Finanzmärkten. Allerdings sollte auch hierbei klar sein, dass jede Investition in ein solches Edelmetall, welches keine regelmäßigen Erträge abwirft, eine Spekulation auf die Preissteigerung und somit auf einen Gewinn beim späteren Verkauf ist.

Zudem schwanken die Kurse von Edelmetallen zuweilen äußerst stark, was man sehr deutlich am Silberkurs in den Jahren 2010/2011 ersehen konnte. Er war zunächst innerhalb eines dreiviertel Jahres um rund 140 Prozent gestiegen, bevor der Silberkurs innerhalb von nur einer Woche um rund 25 Prozent absackte.

Finanzexperten sehen das Investment in Edelmetalle derzeit relativ skeptisch. Der Anleger kann sich nicht allein darauf verlassen, dass es entsprechende Inflationserwartungen ergibt und die Edelmetallkurse im gleichen Zuge automatisch steigen werden. Zudem steht immer die Frage im Raum, ob Edelmetalle in nennenswerten Mengen in Zukunft noch zur industriellen Produktion benötigt werden. Dies kann derzeit keiner zuverlässig voraussagen, weshalb die zukünftige Entwicklung der Edelmetallkurse ebenfalls nicht mit der nötigen Zuverlässigkeit vorhergesagt werden kann.