Währungs-ETCs

Was sind Währungs-ETCs?

Die Abkürzung ETC stand ursprünglich für den englischen Begriff Exchange Traded Commodities. Mit diesen an der Börse gehandelten Wertpapieren sollte es auch Privatanlegern ermöglicht werden, in Rohstoffe zu investieren und von deren Wertentwicklung zu profitieren. Mit Währungs-ETCs (Exchange Traded Currencies) wurde dieses Prinzip dann auch auf Wechselkurse übertragen. Grundsätzlich haben Anleger mit einem Währungs-ETC also die Möglichkeit, durch die Entwicklung von Wechselkursen Geld zu verdienen, ohne dafür selbst Devisen kaufen zu müssen. Allgemein sind Währungs-ETCs so konzipiert, dass sie einen Index nachbilden, der zum einen die Schwankungen in den Wechselkursen zwischen zwei verschiedenen Währungen und zum anderen die jeweiligen lokalen Zinssätze abbildet. In der Regel sind sie als eine spezielle Form von Zertifikaten strukturiert, nämlich als unbefristete und besicherte Schuldverschreibungen eines Emittenten. Damit können diese Wertpapiere sowohl direkt vom Emittenten gekauft als auch an der Börse gehandelt werden.

Chancen und Risiken von Währungs-ETCs

Währungs-ETCs sind erst seit relativ kurzer Zeit in Deutschland erhältlich. Der wichtigste Vorteil dieser Papiere ist es, dass auch kleinere Investoren am Devisenmarkt teilhaben können, der andernfalls fast nur für institutionelle Anleger oder über Nischenanbieter mit einem relativ großen Hebel zugänglich ist. Sie bieten spezifische Chancen und Risiken, die allerdings von ihrem Einsatz durch den jeweiligen Anleger abhängig sind. Einerseits ist es natürlich möglich, Währungs-ETCs ausschließlich für Spekulationszwecke zu nutzen. Dabei wettet der Käufer auf die Entwicklung des Wechselkurses zwischen zwei Währungen und kann auf diese Weise hohe Gewinne oder – im schlechteren Fall – Verluste erzielen. Andererseits ist es ebenso möglich, diese Wertpapiere zur Diversifikation des eigenen Portfolios einzusetzen. Gerade dann, wenn man als Anleger in Aktien oder Fonds investiert hat, die in anderen Währungen gehandelt werden, kann man sich mit Währungs-ETCs gegen starke Kursschwankungen absichern.

Wie man Währungs-ETCs also in das eigene Portfolio integriert, hängt in erster Linie vom Einzelfall sowie vom Risikoprofil des Anlegers ab. Wer die Papiere lediglich zur Absicherung von Wechselkurs-Risiken nutzt, sollte jedoch maximal fünf bis zehn Prozent seines Anlagevermögens in diese Papiere investieren.

Günstige Kostenstruktur, Totalverlust unwahrscheinlich

Ähnlich wie Indexfonds beziehen sich auch Währungs-ETCs auf bestimmte Indizes, so dass keine aktive Verwaltung notwendig ist. Damit liegen die Kosten deutlich niedriger als zum Beispiel bei aktiv gemanagten Aktien- oder Rentenfonds, zudem fällt beim Kauf kein Ausgabeaufschlag an. Da diese Papiere normalerweise als Sondervermögen konstruiert werden, entfällt das bei Zertifikaten sonst vorhandene Emittentenrisiko. Selbst für den Fall einer Insolvenz des Anlegers ist der Wert der Währungs-ETCs durch die Devisen, in die mit dem Geld der Anleger investiert wurde, noch vorhanden. Als unbefristete Wertpapiere können sie zudem zu einem gewissen Prozentsatz beliehen werden.

Unterschiedliche ETCs im Angebot

Angeboten werden Währungs-ETCs derzeit vor allem von relativ kleinen und spezialisierten Anbietern. Da es sich hier um Wertpapiere handelt, die auf dem deutschen Markt erst kurzer Zeit erhältlich sind, ist das Anlagevolumen im Schnitt noch relativ gering und liegt, je nach Zertifikat, oft maximal im zweistelligen Millionenbereich. Da hier jedoch nur Indizes nachgebildet werden, ist der Wert für Anleger nicht ausschlaggebend. Wesentlich wichtiger ist die Möglichkeit in verschiedene Fonds zu investieren, die die Entwicklung unterschiedlicher Wechselkurse abbilden. Für Anleger in Deutschland sind in der Regel Fonds interessant, die das Verhältnis des Euro zu anderen Währungen (z. B. US-Dollar, Pfund Sterling, Schweizer Franken oder Japanische Yen) abbilden. Allgemein sind Währungs-ETCs für alle entwickelten Industrieländer erhältlich, zum Teil ist auch ein Investment in Schwellenländern wie Brasilien mit dem Real als Währung möglich.

Wo kann ich Währungs-ETCs kaufen?

Anteile an Währungs-ETCs lassen sich direkt an der Börse handeln. Alles, was Sie dazu benötigen, ist ein Depot. Wir empfehlen einen Online-Broker, da hier die Ordergebühren meist deutlich günstiger als bei Filialbanken und die Depotführung in der Regel sogar kostenlos ist. Einige dieser Online-Broker finden Sie hier:

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