Fremdwährungsanleihen

Vabanquespiel zwischen hoher Rendite und Währungskursverfall?

In turbulenten Zeiten des Euros und magerer konservativer Anlagerenditen bieten sich unter Umständen interessante Anlagealternativen in Fremdwährungen an. Als Fremdwährungsanleihe werden alle Investitionsinstrumente (Wertpapiere) bezeichnet, die aus dem Blickwinkel eines europäischen Anlegers auf eine andere Währung gezeichnet wurden als den Euro.

Funktionsweise von Fremdwährungsanleihen

Fremdwährungsanleihen sind variabel- oder festverzinsliche Wertpapiere in einer fremden Währung, bei denen der Emittent das Versprechen eingeht, die eingenommenen Gelder zu einem vereinbarten Zeitpunkt verzinst in derselben Währung zurückzuzahlen. Die ausgelobten Zinsen werden ebenfalls in der Fremdwährung ausgezahlt. Emittenten sind ausländische Staaten oder Unternehmen. Darüber hinaus begeben auch internationale Institutionen (zum Beispiel die Kreditanstalt für Wiederaufbau oder die Weltbank) Fremdwährungsanleihen. Die wichtigsten Charakteristika, die im Emissionsprospekt aufgeführt werden, sind neben der Währung, der Nennwert, die Laufzeit, der Kurs sowie die Verzinsung, auch Kupon genannt.

Der Nennwert legt – in der jeweiligen Währung – den Rückzahlwert der Anleihe bei Fälligkeit fest, wobei die Laufzeit das genaue Datum festlegt. Ist die Anleihe börsennotiert, so schwankt der Kurs im Rahmen des börslichen Handels. Die durch Ratingagenturen bewertete Kreditwürdigkeit des Emittenten hat ebenfalls Auswirkungen auf den Kurs. Die Verzinsung der Anleihe bestimmt in Prozent der Zinskupon. Als Basiswert für die Verzinsung gilt der Nennwert der Anleihe.

Chancen und Risiken – hohe Renditen locken, Gefahren lauern

Fremdwährungsanleihen bieten für den Anleger die Aussicht auf eine hohe Verzinsung. Jährliche Erträge von mehr als 10% sind nicht selten. Diese überdurchschnittlich hohe Rendite ist insbesondere bei "Emerging Market Bonds" zu erzielen. Dabei handelt es sich um Anleihen aus Schwellenländern, die an der Schwelle zur Industriegesellschaft stehen und gutes Wachstum aufweisen. Hierzu können Argentinien, Brasilien, China oder Indien gezählt werden. Die hohe Rendite ist auf das niedrige Rating der Länder zurückzuführen, das wiederum an der nicht immer beständigen wirtschaftlichen und politischen Lage liegt. Oft geht dies mit hohen Kursschwankungen der Anleihe einher und kann im Extremfall zur Zahlungsunfähigkeit des Landes führen.

Die Entwicklung des Währungskurses ist ausschlaggebend für den Erfolg der Fremdwährungsanleihe. Der Gewinn wird umso größer, je besser sich die fremde Währung im Verhältnis zum Euro entwickelt. Allerdings drohen bei Abwertung der Anlagewährung hohe Verluste. Halbiert sich etwa der Wert der Anlagewährung zwischen dem Kauf und dem Ende der Laufzeit der Anleihe, so erhält der Anleger zwar den Nennwert in der ausländischen Währung ausgezahlt, muss jedoch beim Währungsumtausch zum Euro 50% Verlust verrechnen. Solche Verluste kann auch die beste Verzinsung nicht ausgleichen, zumal die Zinszahlungen auch in der abgewerteten Fremdwährung geleistet werden. Den Erlös mindern auch die bei Banken üblichen Währungsumtauschkosten. Doppelwährungsanleihen bieten die Möglichkeit dem Währungskursrisiko zu entgehen. Hierbei wird das Kapital am Ende der Laufzeit in der Währung des Anlegers ausgezahlt. Diese "Sicherheit" geht mit einem niedrigeren Zinsniveau der Anleihe einher.

Diversifikation

Die zuvor genannten Risiken sollten bei der Auswahl einer Fremdwährungsanleihe dazu führen, dass das gesamte Kapital niemals in nur eine Anleihe fließt. Durch Streuung auf verschiedene Länder und Währungen oder unterschiedliche Unternehmenssparten, kann das Risiko gemindert werden. Trotz verlockender Zinssätze muss der Anleger nicht nur die konjunkturelle Entwicklung eines Landes beachten, sondern sich auch ein verständiges Bild der politischen Lage verschaffen. Dabei gilt natürlich: Je höher der angebotene Zinssatz, desto risikoreicher die Anleihe.

Für welchen Anlegertyp sind Fremdwährungsanleihen geeignet?

Fremdwährungsanleihen können für risikobewusste Investoren ein attraktives Investment sein. Neben einer hohen Verzinsung lockt die Aussicht, Währungsgewinne einstreichen zu können. Es bedarf eines verständigen Anlegers, um die Bonitätsentwicklung des Emittenten voraussehen zu können.

Welchen Depotanteil sollten sie ausmachen?

Die Währungsspekulation steht bei einer Fremdwährungsanleihe im Fokus. Eine sichere Voraussage fällt auch erfahrenen Anlegern schwer. Eine Investition sollte deshalb maximal 10% des Anlagedepots ausmachen. Wegen der häufig langen Laufzeiten sollte der Anleger bereit sein, das investierte Kapital lange zu entbehren.

Wo kann ich Fremdwährungsanleihen kaufen?

Fremdwährungsanleihen lassen sich direkt an der Börse handeln. Alles, was Sie dazu benötigen, ist ein Depot. Wir empfehlen einen Online-Broker, da hier die Ordergebühren meist deutlich günstiger als bei Filialbanken und die Depotführung in der Regel sogar kostenlos ist. Einige dieser Online-Broker finden Sie hier:

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