Rürup-Rente (Basisrente)

Rürup-Rente als Altersvorsorge

Rund 1,3 Millionen Deutsche haben sich inzwischen für eine Altersvorsorge mittels Rürup-Rente entschieden (Stand: 2011). Allerdings eignen sich Rürup-Versicherung oder Rürup-Sparplan längst nicht für jeden Vorsorgesparer. In erster Linie richtet sich das Angebot an Selbstständige oder Freiberufler, da jene weder von Riester- noch Betriebsrente profitieren können. Darüber hinaus sind Angestellte sowie Beamte prädestiniert für das Rürup-Prinzip.

Vorteile der Rürup-Rente im Detail

Die Rürup-Rente (Basisrente) orientiert sich weitestgehend an der gesetzlichen Rentenversicherung, jedoch ist sie nicht umlagefinanziert, sondern basiert auf einer kapitalgedeckten Finanzierung. Die Vorteile des Rürup-Verfahrens liegen in umfangreichen Steuervergünstigungen – so sind die Aufwendungen als Vorsorgeaufwendungen unter den Sonderausgaben steuerlich absetzbar. Maximal erkennt das Finanzamt Beiträge bis zu 20.000 Euro pro Jahr an; bei Ehepaaren verdoppelt sich die Summe auf 40.000 Euro. Von diesem Betrag lassen sich 2012 exakt 74 % (d. h. 14.800 Euro) als Sonderausgaben geltend machen, wobei der prozentuale Anteil jährlich um 2 % steigt (siehe Tabelle). Bis 2025 steigt der Prozentsatz schließlich auf 100 %. Beispiel I: Legt der Rürup-Sparer monatlich 200,00 Euro zurück, z. B. durch eine Einzahlung in einen Sparplan, so ergibt das am Ende des Jahres einen Betrag von 2.400 Euro. 2012 sind davon 74 % steuerlich absetzbar, also insgesamt 1.776 Euro.

Steuerjahr Betrag max. absetzbar
2012 12.000 Euro 74 %
2013 12.000 Euro 76 %
2014 12.000 Euro 78 %
2015 12.000 Euro 80 %
2016 12.000 Euro 82 %
2017 12.000 Euro 84 %
2018 12.000 Euro 86 %
2019 12.000 Euro 88 %
2020 12.000 Euro 90 %
2021 12.000 Euro 92 %
2022 12.000 Euro 94 %
2023 12.000 Euro 96 %
2024 12.000 Euro 98 %
ab 2025 12.000 Euro 100 %

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Vorteile sichern sich insbesondere Personen, die überdurchschnittlich verdienen und entsprechend hohe Steuern zahlen. Beispiel II: Ein 40-jähriger Selbstständiger entscheidet sich aktuell für einen Rürup-Vertrag. Einmal jährlich will er mit 5.000,00 Euro vorsorgen. Sein Jahreseinkommen liegt bei 70.000 Euro (Grenzsteuersatz: 42 %). Damit beträgt die Steuerersparnis 2012 rund 1.554,00 Euro. Bei gleichbleibenden Einnahmen und Rahmenbedingungen beträgt die Ersparnis bis zum 65. Lebensjahr etwa 50.778 Euro – der Gesamtbeitrag umfasst 130.000 Euro. Im Ergebnis beträgt der effektive Aufwand somit nur 79.222 Euro. Wer hingegen wenig verdient, geringe Steuern zahlt und kaum Beiträge einzahlen kann, profitiert von einer Basisrente hingegen kaum.

Besteuerung während der Rentenphase

Wichtig für die Rendite der Rürup-Rente ist die Besteuerung nach Rentenbeginn. Die Höhe des steuerpflichtigen Anteils hängt vom Eintrittsjahr ab. Je später, desto höher der Prozentsatz. Wer z. B. im Jahr 2012 seine erste Auszahlung bezieht, versteuert künftig 64 % der Rürup-Rente. Dieser prozentuale Satz wird lebenslang festgeschrieben. Bis 2020 steigt der Anteil jährlich um 2 %, bis 2040 dann um jeweils 1 % pro Jahr. Ab 2040 liegt die Steuer bei 100 %. Beispiel III: Für den 40-jährigen Selbstständigen beginnt die Rentenphase 2037, d. h. seine Rürup-Rente wird mit 97 % versteuert. Erhält er später pro Jahr eine Rürup-Rente von 9.600 Euro (monatlich 800,00 Euro), muss er schließlich einen Steueranteil von ca. 2.979,84 Euro entrichten (Bsp.-Steuersatz im Rentenalter: 32 %).

Höhe der Einzahlungen beachten

Je mehr eingezahlt wird, desto besser – das gilt nicht zwangsläufig für Beiträge in eine Rürup-Versicherung bzw. einen Rürup-Sparplan. Einzahlungen werden, wie bereits erwähnt, nur bis zum Förderhöchstbetrag von 20.000 Euro pro Jahr bedacht. Zudem mindern Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse oder für berufsständische Versorgungswerke diesen Maximalbetrag. Beispiel IV: Wer als Alleinstehender bereits 12.000 Euro in ein Vorsorgewerk eingezahlt hat, verfügt nur noch über freie 8.000 Euro für die Rürup-Vorsorge. 2012 würde das Finanzamt davon 5.920 Euro als Sonderausgaben akzeptieren.

Hohe Sicherheit, wenig Flexibilität

Ausbezahlt wird die Rürup-Rente frühestens mit dem 60. Lebensjahr, wobei Verträge ab 2012 die Kapitalauszahlung frühestens ab 62 Jahren vorsehen. Spätester Auszahlungsbeginn ist das 67. Lebensjahr. Darüber hinaus ist das angesparte Geld nur in Form einer monatlichen Leibrente erhältlich. Ein Kapitalwahlrecht existiert nicht. Ausgeschlossen sind ebenfalls Beleihung, Verpfändung, Übertragung oder Verschenken des Sparbetrags. Gesetzlich möglich hingegen: Der Wechsel des Anbieters während der Einzahlungsphase – zumindest sofern die Vertragsbedingungen dies zulassen. Beachten sollten Rürup-Sparer generell, dass die Verträge kaum kündbar sind und keinen Rückkaufswert (wie z. B. bei der Lebensversicherung) besitzen. Der Kontrakt lässt sich aber beitragsfrei stellen. Alternativ bieten einige Versicherer die – speziell für Selbstständige interessante – Option, den Beitrag entweder zinslos zu stunden bzw. bei freiem Kapital eine Zusatzsumme in den Rürup-Vertrag einfließen zu lassen. Angespartes Geld ist nicht pfändbar und Hartz-IV-sicher.

Varianten der Rürup-Rente

Rürup-Vorsorgeprodukte sind in verschiedener Form auf dem Markt, darunter klassisch verzinst, als fondsgebundene Variante sowie als Rürup-Sparplan. Einheitlich gilt seit 2012 ein Garantiezins für neu geschlossene Verträge von 1,75 % pro Jahr. Die Voraussetzungen für die Förderung eines Rürup-Vertrags sind gesetzlich geregelt. Welche Tarife förderfähig sind, entscheidet das Bundeszentralamt für Steuern, dass die Zertifizierung übernimmt.


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